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Projekt gescheitert?
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Decharisma  20.11.15, 22:49, Beiträge: 7
Zitat:
Original geschrieben von Decharisma
Zitat:
Original geschrieben von Decharisma
Im Juli 2014 habe ich meine Festanstellung im Senior Assistenzbereich für ein interessantes einjähriges Projekt gekündigt. Dieses war zwar im gleichen Unternehmen (ich bin in einem grossen Pharmakonzern tätig), jedoch war es ein Pilot Projekt und daher konnte man mir dies nur im Rahmen einer Temporäranstellung über eine Art Consultingunternehmung anbieten.

Ich ging darauf ein, weil ich mich beruflich weiterentwickeln wollte.
Ich dachte nicht lange darüber nach, denn für mich gab es nur 2 Optionen. Entweder ist das Projekt erfolgreich und ich bekomme wieder eine Festanstellung oder das Projekt scheitert und ich muss mir was Neues suchen.

Am Anfang hatte ich viel Gegenwind von den Assistentinnen im Unternehmen. Bei diesem Projekt wurde ein sehr interessanter Teil der Assistenzaufgaben im Event Bereich u.a. zur Prozessoptimierung (aber auch, weil es ein hohes Risiko der non-Compliance gab) an mich abgegeben. Ich habe dann hier einen Prozess entwickelt, der allen internen Richtlinien und Prozessen entsprach und vor allem habe ich auch die Arbeitsabläufe optimiert etc.

Mit der Zeit bekam ich immer mehr Zuspruch - auch von den Assistentinnen, und machte mir um die Zukunt gar keine Gedanken. Alle fanden das Projekt super und ich verschwendete keinerlei Gedanken daran, dass es nicht weitergehen könnte.

Leider mussten gegen Ende des Projekts intern 2 Teams zusammengelegt werden und sie hatten somit eine Assistentin "zuviel". Die Firma konnte diese Mitarbeiterin nicht entlassen und ich war ja nun nur noch eine externe Mitarbeiterin.

Wie ihr Euch denken könnt, hat diese Assistentin dann das Projekt übernommen und darüberhinaus musste ich sie auch noch einarbeiten.

Aber ich musste professionell bleiben. Ich habe mein ganzes Herz in dieses Projekt gesteckt, soviel Zeit, Energie und Nerven investiert und das Projekt sollte erfolgreich weiterlaufen. Es war mein "Baby".

Also habe ich mich zusammengerissenund so schwer es für mich auch war, mein Pokerface aufgesetzt. Ich habe meine Nachfolgerin so gut eingearbeitet wie es mir möglich war. Am Ende habe ich zum Dank sogar noch von ihr einen Blumenstrauss und ein Kärtchen erhalten. Auch für sie war es sicher keine leichte Situation. Sie konnte es sich auch nicht aussuchen und sie ist bereits über 50 und hätte es auch sehr schwer gehabt, eine neue Stelle zu finden.

Ihr fragt Euch jetzt vielleicht, ob ich bereue, meine Festanstellung gekündigt zu haben, ob ich die Zeit zurückdrehen möchte.
Nein, das tue ich nicht!
Auch wenn ich heute noch ab und an daran zu knabbern habe, bin ich froh, diesen Schritt gegangen zu sein.

Ich habe in diesem einen Jahr soviel lernen können, konnte mich persönlich weiterentwickeln und sogar mein Umfeld hat dies bemerkt. Ich bin viel taffer, stärker!
Vor allem aber habe ich gelernt, auch mit Rückschlägen umzugehen und weiss nun ganz genau, dass es in der Berufswelt manchmal anders läuft als man denkt.


 
Decharisma  20.11.15, 22:48, Beiträge: 7
Zitat:
Original geschrieben von Decharisma
Im Juli 2014 habe ich meine Festanstellung im Senior Assistenzbereich für ein interessantes einjähriges Projekt gekündigt. Dieses war zwar im gleichen Unternehmen (ich bin in einem grossen Pharmakonzern tätig), jedoch war es ein Pilot Projekt und daher konnte man mir dies nur im Rahmen eine Temporäranstellung über eine Art Consultingunternehmung anbieten.

Ich ging darauf ein, weil ich mich beruflich weiterentwickeln wollte.
Ich dachte nicht lange darüber nach, denn für mich gab es nur 2 Optionen. Entweder ist das Projekt erfolgreich und ich bekomme wieder eine Festanstellung oder das Projekt scheitert und ich muss mir was Neues suchen.

Am Anfang hatte ich viel Gegenwind von den Assistentinnen im Unternehmen. Bei diesem Projekt wurde ein sehr interessanter Teil der Assistenzaufgaben im Event Bereich u.a. zur Prozessoptimierung (aber auch, weil es ein hohes Risiko der non-Compliance gab) an mich abgegeben. Ich habe dann hier einen Prozess entwickelt, der allen internen Richtlinien und Prozessen entsprach und vor allem habe ich auch die Arbeitsabläufe optimiert etc.

Mit der Zeit bekam ich immer mehr Zuspruch - auch von den Assistentinnen, und machte mir um die Zukunt gar keine Gedanken. Alle fanden das Projekt super und ich verschwendete keinerlei Gedanken daran, dass es nicht weitergehen könnte.

Leider mussten gegen Ende des Projekts intern 2 Teams zusammengelegt werden und sie hatten somit eine Assistentin "zuviel". Die Firma konnte diese Mitarbeiterin nicht entlassen und ich war ja nun nur noch eine externe Mitarbeiterin.

Wie ihr Euch denken könnt, hat diese Assistentin dann das Projekt übernommen und darüberhinaus musste ich sie auch noch einarbeiten.

Aber ich musste professionell bleiben. Ich habe mein ganzes Herz in dieses Projekt gesteckt, soviel Zeit, Energie und Nerven investiert und das Projekt sollte erfolgreich weiterlaufen. Es war mein "Baby".

Also habe ich mich zusammengerissenund so schwer es für mich auch war, mein Pokerface aufgesetzt. Ich habe meine Nachfolgerin so gut eingearbeitet wie es mir möglich war. Am Ende habe ich zum Dank sogar noch von ihr einen Blumenstrauss und ein Kärtchen erhalten. Auch für sie war es sicher keine leichte Situation. Sie konnte es sich auch nicht aussuchen und sie ist bereits über 50 und hätte es auch sehr schwer gehabt, eine neue Stelle zu finden.

Ihr fragt Euch jetzt vielleicht, ob ich bereue, meine Festanstellung gekündigt zu haben, ob ich die Zeit zurückdrehen möchte.
Nein, das tue ich nicht!
Auch wenn ich heute noch ab und an daran zu knabbern habe, bin ich froh, diesen Schritt gegangen zu sein.

Ich habe in diesem einen Jahr soviel lernen können, konnte mich persönlich weiterentwickeln und sogar mein Umfeld hat dies bemerkt. Ich bin viel taffer, stärker!
Vor allem aber habe ich gelernt, auch mit Rückschlägen umzugehen und weiss nun ganz genau, dass es in der Berufswelt manchmal anders läuft als man denkt.

 
Decharisma  20.11.15, 22:44, Beiträge: 7
Im Juli 2014 habe ich meine Festanstellung im Senior Assistenzbereich für ein interessantes einjähriges Projekt gekündigt. Dieses war zwar im gleichen Unternehmen (ich bin in einem grossen Pharmakonzern tätig), jedoch war es ein Pilot und daher konnte man mir dies nur im Rahmen eine Temporäranstellung über eine Art Consultingunternehmung anbieten.
Ich ging darauf ein, weil ich mich beruflich weiterentwickeln wollte. Für mich gab es nur 2 Optionen. Das Projekt läuft gut und ich bekomme eine Festanstellung oder das Projekt läuft schlecht und ich muss mir was Neues suchen.

Am Anfang hatte ich viel Gegenwind von den Assistentinnen im Unternehmen. Bei diesem Projekt wurde ein sehr interessanter Teil der Assistenzaufgaben im Event Bereich u.a. zur Prozessoptimierung (aber auch, weil es ein hohes Risiko der non-compliance gab) an mich abgegeben. Ich habe dann hier einen Prozess entwickelt, der allen internen Richtlinien und Prozessen entsprach und vor allem habe ich auch die Arbeitsabläufe optimiert etc.

Mit der Zeit bekam ich immer mehr Zuspruch und machte mir um die Zukunt gar keine Gedanken. Alle fanden das Projekt super und ich verschwendete keinerlei Gedanken daran, dass es nicht weitergehen könnte.

Am Ende wurde mein Vertrag nicht verlängert. Sie mussten intern 2 Teams zusammenlegen, hatten somit eine Assistentin "zuviel" und ich war ja nun nur noch eine externe Mitarbeiterin.
Die Firma konnte diese Mitarbeiterin nicht entlassen.

Wie ihr Euch denken könnt, hat diese Assistentin dann das Projekt übernommen und darüberhinaus musste ich sie auch noch einarbeiten.

Aber ich musste professionell bleiben. Ich habe mein ganzes Herz in dieses Projekt gesteckt, soviel Zeit, Energie und Nerven investiert und das Projekt sollte erfolgreich weiterlaufen. Es war mein "Baby".

Also habe ich mich zusammengerissenund so schwer es für mich auch war, mein Pokerface aufgesetzt. Ich habe meine Nachfolgerin so gut eingearbeitet wie es mir möglich war. Am Ende habe ich zum Dank sogar noch von ihr einen Blumenstrauss und ein Kärtchen erhalten. Auch für sie war es sicher keine leichte Situation. Sie konnte es sich auch nicht aussuchen und sie ist bereits über 50 und hätte es auch sehr schwer gehabt, eine neue Stelle zu finden.

Ihr fragt Euch jetzt vielleicht, ob ich bereue, meine Festanstellung gekündigt zu haben, ob ich die Zeit zurückdrehen möchte.
Nein, das tue ich nicht!
Auch wenn ich heute noch ab und an daran zu knabbern habe, bin ich froh, diesen Schritt gegangen zu sein.

Ich habe in diesem einen Jahr soviel lernen können, konnte mich persönlich weiterentwickeln und sogar mein Umfeld hat dies bemerkt. Ich bin viel taffer, stärker!
Vor allem aber habe ich gelernt, auch mit Rückschlägen umzugehen und weiss nun ganz genau, dass es in der Berufswelt manchmal anders läuft als man denkt.
 
Etoblau  Krone Krone Krone03.11.15, 09:25, Beiträge: 9050
In Deutschland wird das Scheitern eines Projekts als Misserfolg angesehen. WIr haben z.B. ein internationales Konzernnetzwerk, in dem best practices veröffentlicht werden. Auffällig ist, dass Mitarbeiter in anderen Ländern gescheiterte Projekte beschreiben mit dem Fokus auf "lessons learned" - einen deutschen Beitrag zu diesem Thema sucht man vergeblich.
 
sekretaria  02.11.15, 08:30, Beiträge: 375
Hallo liebe Forumsmitglieder,
in der Sonderausgabe vom November geht es um Projektmanagement. Unsere Autoren beleuchten viele Punkte – und unter anderem auch das Scheitern. Denn nicht jedes Projekt findet ein erfolgreiches Ende.
Scheitern bedeutet ja aber auch lernen, daher meine Frage: Ist eins eurer Projekte (egal ob privat oder beruflich) schon mal gescheitert? Und wenn ja: Was habt ihr daraus mitgenommen?
Ich bin gespannt auf eure Beiträge!

Viele Grüße, Melanie von sekretaria.de
 
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