Rat & Tat / Ärger im Büro

» Zurück zur Rubrik Ärger im Büro
» Forum AGB

Sekretärin im Betriebsrat?
»  Letztes Thema
Phil  Krone Krone19.04.16, 14:05, Beiträge: 2876
Zitat:
Original geschrieben von Etoblau
Phil, Du irrst: auch der Wahlvorstand ist wählbar und kann kandidieren (vgl. DGB: http://www.dgb.de).

Cool, wusste ich noch nicht. Das ist natürlich einfacher.
 
Etoblau  Krone Krone Krone19.04.16, 11:59, Beiträge: 9050
Meine Schulungen habe ich so geplant, dass ich morgens zum Veranstaltungsort gefahren bin und abends wieder zurück (ca. 25 km/Strecke) - da war ich eher zu Hause als vom Büro aus. Die Anbieter, die sich auf BR-Schulungen spezialisiert haben, bieten bundesweit Schulungen an. Und der AG hat die Verpflichtung, Dich dafür von der Arbeit freizustellen.
 
Nabari  19.04.16, 11:25, Beiträge: 4
Danke für Eure Antworten.
@Etoblau: Ja, was die Mitgliedschaft im BR betrifft, bin ich komplett unerfahren. Die Gewerkschaft ist bei uns leider überhaupt nicht vertreten. Da Du von mehreren Schulungen berichtest, bin ich am Überlegen, ob ich das zeitlich schaffe - habe hier zwar nur einen 30 Stunden Job, aber zu Hause ein kleines Kind : ) und eine Zweitausbildung am Laufen. Ich meld' mich noch mal per E-Mail bei Dir.
 
Etoblau  Krone Krone Krone19.04.16, 09:45, Beiträge: 9050
Nabari, ich bin Chef-Sekki UND Betriebsrätin in der 2. Amtszeit. Es ist nicht einfach, aber es ist machbar, wenn Du jederzeit Deine beiden Rollen klar voneinander unterscheidest. Wenn Du magst, können wir uns an anderer Stelle (etoblau ät web dot de) dazu austauschen.
Was Eure Chefs da machen, grenzt an Wahlbehinderung, das ist unzulässig.
Mach Dir bitte keine allzu großen Illusionen in Bezug auf das, was Du als BR erreichen kannst. Ich hatte das Glück, erfahrene Betriebsräte an meiner Seite zu haben, aber Du müsstest Dich offensichtlich komplett neu einarbeiten und schnellstmöglich alles Schulungen durchlaufen (Betriebsverfassungsgesetz, Arbeitsrecht...). Der Schulungsanspruch ist gesetzlich abgesichert, allerdings ist nicht jeder AG davon begeistert... Ggf. holst Du Dir Hilfe bei der in Eurem Betrieb vertretenen Gewerkschaft, allerdings kannst Du auch BR sein ohne Gewerkschaftsmitgliedschaft. Als Frischling ist das aber mehr als hilfreich.
Phil, Du irrst: auch der Wahlvorstand ist wählbar und kann kandidieren (vgl. DGB: http://www.dgb.de).
 
Phil  Krone Krone18.04.16, 13:02, Beiträge: 2876
Als einer der wenigen Männer im Forum (im Moment der Einzige?) habe ich mich nicht angegriffen gefühlt.

Zur Wahl: Derjenige, der zur Wahl aufruft sollte sich in dem Rundschreiben / Mail direkt als Wahlvorstand vorschlagen. Von dem Moment an, bis zur Wahl, hat er den selben Kündigungsschutz wie der Betriebsrat. Und von dem Moment an, wo der Betriebsrat existiert, hat er ein Widerspruchsrecht bei Kündigungen.

Nur Achtung: Der Wahlvorstand darf selbst nicht gewählt werden.
 
Nabari  18.04.16, 12:43, Beiträge: 4
Hallo Phil,
wir sind 45 MA. Für die Gleichstellungsbeauftragte reicht's also noch nicht. Unsere Leute sind eigentlich durchweg für die Gründung eines Betriebsrats. Aber die wenigsten trauen sich mitzumachen. Es gab schon einmal den Versuch einen BR zu gründen. Dem Initiator wurde dann ziemlich fix "betriebsbedingt" gekündigt. Sorry übrigens, ich wollte nicht die Männer im Allgemeinen angreifen - es betrifft nur unsere leider sehr arrogante Führung.
 
Phil  Krone Krone18.04.16, 12:37, Beiträge: 2876
Interessenkonflikt gibt es genau dann, wenn Du eine der Positionen innehast, die der Betriebsrat oft auf dem Kieker hat. Das ist bei einer (Chef-)Sekretärin in der Regel nicht der Fall.
Und die meisten Chefs sind gegen den Betriebstrat. Oft sind auch einige Mitarbeiter dagegen, weil sie Bürokratisierung fürchten.

Wie viele MA seid ihr denn? Ab 100 braucht Ihr nämlich auch eine Gleichstellungsbeauftragte.
 
Nabari  18.04.16, 11:13, Beiträge: 4
Hallo liebe Forum-Mitglieder,
ich habe mal eine Frage bezüglich des sogenannten Interessenkonflikts:
Die Firma, für die ich arbeite, gibt es seit 15 Jahren und ich bin von Anfang an dabei. Nun steht ein Geschäftsführerwechsel an. Da wir mit unserem bisherigen GF schon nicht sehr gut gefahren sind, kommt es jetzt noch schlimmer. Es wurde ein Mitarbeiter "ernannt", der als sowohl menschlich als auch fachlich nicht unbedingt geeignet ist. Nun wollen Kollegen den Wechsel nutzen, einen Betriebsrat zu gründen (wovon uns am Freitag bei der Betriebsversammlung sowohl vom neuen als auch vom alten GF ausdrücklich abgeraten wurde - könnt Ihr Euch das vorstellen?!). Nun muss ich sagen, dass unsere Firma in einer sehr männerdominierten Branche tätig ist und Frauen schon immer ziemlich herablassend behandelt wurden. Selbst ich als sogenannte "Chefsekretärin" habe am Anfang in der Produktion ausgeholfen und auch die Klos geputzt, damit mein Chef sich die Putzfirma sparen konnte. Dank dafür gab's natürlich keinen... Selbst die Frauen in der Produktion, die schon viele Jahre da sind, verdienen hier nur Mindestlohn. Ein Mann in derselben Stellung hat natürlich mehr. Nun überlege ich, ob ich, um mich selbst und unsere acht Frauen besser vertreten zu können, für den Betriebsrat kandidiere. Hatte im Studium auch Führungspsychologie und könnte mich daher schon ganz gut einbringen. Wähler hätte ich sicherlich genug, aber das gibt es ja auch noch den sogenannten Interessenkonflikt. Hat jemand von Euch Erfahrung damit bzw. gibt es hier im Forum, (Chef-)Sekretärinnen, die im Betriebsrat sind? Man ist ja auch nicht mehr so leicht kündbar, aber auch hier weiß ich nicht so recht, ob das gut ist, denn ich mache gerade nebenher noch eine komplett neue Ausbildung im Gesundheitswesen und möchte in nicht allzu ferner Zukunft selbstständig tätig sein. Auf Industrie und testosteronüberdosierte Männerwirtschaft habe ich auf Dauer keine Lust mehr... Dankeschön schon mal für Eure Antworten.
 
Zum Forum wechseln:

© 2000 - 2017 sekretaria.de WEKA MEDIA GmbH & Co. KG

  • Folgen Sie uns auf: