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Arbeitssicherheit
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tina-c  12.10.16, 14:10, Beiträge: 244
Finde es zwar eine gute Idee mit dem Einbeziehen der Familien, aber letztendlich ist jeder Mensch für sich selbst verantwortlich und wenn man sich an solch wichtige Vorschriften nicht hält, dann hilft leider nur Abmahnung oder Kündigung. Traurig, ist aber so!
Als ich noch in der Baufirma war sind an einem Tag ein Mitarbeiter 20 m in einen Fahrstuhlschacht gefallen und ein anderer Mitarbeiter 4 m vom Dach auf einen Balkon ... Beide hatten sich nicht richtig gesichert. Der Kollege im Fahrstuhl hatte alles mögliche gebrochen, wurde aber wieder gesund. Der andere (der arbeitete sogar in meinem Team) ist nach 4 Wochen verstorben (27, frisch verlobt). Wäre er aus dem Koma erwacht, wäre er ein 100 %iger Pflegefall gewesen.
Die Unfälle haben natürlich alle Chefs und Mitarbeiter in Aufruhr versetzt, aber nach einer Weile war alles vergessen und ich kenne den ein oder anderen, der sich nie auf dem Dach gesichert hat.
Bei dem verstorbenen Kollegen gab es Munkelei, die Familie wolle die Firma verklagen warum auch immer. Der Familie wurde ein Betrag x gezahlt und es kam nicht zu der Klage.
In dem Fall bin ich für hartes Durchgreifen !
 
Etoblau  Krone Krone Krone10.10.16, 14:27, Beiträge: 9050
Cosima, wenn erst mal die Staatsanwaltschaft an seinem Schreibtisch steht, ist es zu spät. Hart durchgreifen möchte er nicht? Na ja, dann muss er halt die Konsequenzen tragen. Und: Wer nicht hören kann, muss fühlen - dieser Satz stimmt nirgendwo sonst so genau wie in der Arbeitssicherheit. Ich würde, wie Uschi es vorgeschlagen hat, ein Schreiben aufsetzen und ganz klar darauf hinweisen, dass jeder MA, der sich nicht an die Vorschriften hält, seinen Arbeitsplatz, im schlimmsten Fall Gesundheit und Lebens auf's Spiel setzt.
 
AtomicKitten  Krone10.10.16, 10:20, Beiträge: 1541
Man sollte eigentlich meinen, dass durch die "Toten" dein Chef bzw. die Kollegen was gelernt haben. Auch wenn es nicht im eigenen Betrieb war. Ich kann bei so einer Nachlässigkeit von Seiten deiner Kollegen nur den Kopf schütteln. Muss es in eurer Firma auch erst Tote geben. Dein Chef muss da durchgreifen, sonst passiert es nämlich wie uschi geschrieben hat, werden sie andere Anweisungen auch ignorieren.
 
uschi-1  10.10.16, 07:33, Beiträge: 39
Hallo CosimaZ,
mit Schmusekurs kommt dein Chef da nicht weiter. Mach ihm bewust, dass ER in der Verantwortung steht, dass die Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt werden. ER ist dafür verantwortlich und wird bei einem Unfall zur Verantwortung gezogen. ER hat die Aufgabe und die Pflicht dies durchzusetzten. Ob das den Kollegen passt oder nicht, spielt absolut keine Rolle.

Vielleicht hilft auch ein anderer Ansatz bei deinem Chef. Wenn die Mitarbeiter diese Anweisung ignorieren, werden sie auch andere ignorien. Denn HIER hat er sich ja auch nicht durchgesetzt.

Ich würde ein Schreiben aufsetzen und darin klar stellen, dass ab sofort die Arbeitskleidung und -ausrüstung zu tragen ist. Verstößt jemand dagegen, gibt es eine Abmahnung. Dieses Schreiben müssen alle Mitarbeiter unterschreiben, somit kann sich keiner später rausreden.

Vielleicht in dieser Art: (bin da aber absolut nicht gut darin)

Liebe Kollegen, liebe Kolleginnen,
leider halten sich immer noch nicht alle Mitarbeiter/innen an die Vorschriften der Arbeitssicherheit. Die Sicherheitsausrüstung dient IHRER Sicherheit und kann SIE vor Verletzungen und gesundheitlichem Schaden schützen. Schließlich möchte jeder nach einem Arbeitstag gesund zu seiner Familie zurückkehren.
Da nicht alle so vernüftig sind, wird ab sofort jeder Mitarbeiter/-in abgemahnt, wenn die notwendige Schutzausrüstung ganz oder teilweise nicht getragen wird. Bei Wiederholung droht jedem der Verlust des Arbeitsplatzes.
Diese Maßnahme dient ausschließlich IHRER Sicherheit und Gesundheit.
 
CosimaZ  08.10.16, 08:37, Beiträge: 158
So hart möchte mein Chef noch nicht durchgreifen. Er hofft auf Einsicht. Ich wär da auch härter und würde andere Maßnahmen ergreifen, vor allem weil ich glaube, dass diese nett gemeinte Aktion meines Chefs nicht viel an Bewusstsein für die eigene Sicherheit verändern wird.

BG, danke für den Tipp, die werd ich mal anschreiben und auch um Plakatmaterial bitten. Hab mich auch schon ein bisschen bei der DASA schlau gemacht.

Zitat:
Original geschrieben von Etoblau
Bei uns zieht es die Kündigung nach sich, wenn ein Mitarbeiter die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung nicht trägt.
Ganz ehrlich: Wie dumm muss ich sein, wenn ich die Ausrüstung nicht trage, weil es zwar bequemer sein, mich dafür aber das Leben oder die Gesundheit kosten könnte?
Mit Incentives kommst Du da nicht weiter, da hilft nur die Schocktherapie. Eure zuständige Berufsgenossenschaft kann mit Plakatmaterial weiterhelfen. Mich hat z.B. einMotiv tief beeindruckt, auf dem Vater und Mutter mit 2 kleinen Töchtern abgebildet waren. Der Vater war optisch abgerissen und drunter stand "Vati kommt nicht mehr nach Hause".

 
Etoblau  Krone Krone Krone01.10.16, 10:03, Beiträge: 9050
Bei uns zieht es die Kündigung nach sich, wenn ein Mitarbeiter die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung nicht trägt.
Ganz ehrlich: Wie dumm muss ich sein, wenn ich die Ausrüstung nicht trage, weil es zwar bequemer sein, mich dafür aber das Leben oder die Gesundheit kosten könnte?
Mit Incentives kommst Du da nicht weiter, da hilft nur die Schocktherapie. Eure zuständige Berufsgenossenschaft kann mit Plakatmaterial weiterhelfen. Mich hat z.B. einMotiv tief beeindruckt, auf dem Vater und Mutter mit 2 kleinen Töchtern abgebildet waren. Der Vater war optisch abgerissen und drunter stand "Vati kommt nicht mehr nach Hause".
 
CosimaZ  30.09.16, 18:24, Beiträge: 158
Hallo,
eigentlich gibt es für unsere Monteure entsprechende Richtlinien im Punkto Arbeitssicherheit. Es finden Schulungen statt, auch wird mal der Zeigefinger erhoben und darauf hingewiesen, dass doch bitte der Helm, Handschuhe, was auch immer immer zu tragen ist. Ist Pflicht und dient dem eigenen Schutz.
Vor einigen Monaten gab es in unserem Tätigkeitsbereich auch leider mangels Beachtung von der Sicherheitsstandards Tote.
Tja und jetzt überlegt mein Chef, ob wir nicht einen Brief an die Familien schreiben könnten mit einem kleinen Präsent für die Partnerin/Partner aus dem Bereich. Sprich, er möchte die Familien als weitere Instanz mit einbeziehen um ein Bewusstsein zu schaffen bei dem Mitarbeiter.
Diverse Insentivs hatten wir schon durchgeführt, wir Klettergarten oder auch auf einen anderen Sachverhalt gemünzt eine Veranstaltung, die das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken sollte. Aber jeder hat es als nettes Event angesehen und irgendwie nichts mitgenommen. Daher dieser andere Ansatz.
Wurde das schon mal in euren Unternehmen durchgeführt und wenn ja wie und wie war die Resonanz?
Defacto bleiben ansonsten nur noch die Optionen Abmahnung, was mein Chef aktuell noch nicht machen möchte.
Freue mich auf Eure Rückmeldungen und vielleicht habt ihr ja doch noch ein paar andere Ideen.
Gruß Cosima
 
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