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Ausgrenzung aus Team oder einfach nur empfindlich?
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Oups  Krone11.12.15, 10:01, Beiträge: 1767
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Aha, schön zu hören. Also alles richtig gemacht, pinkie.
 
pinkie1234  09.12.15, 12:11, Beiträge: 16
Hallo zusammen,
jetzt habe ich doch alle guten Vorsätze über Bord geworfen, bzw. mir ist der Kragen beim Chef geplatzt....
Chef war schockiert darüber, wie es hier im Sekretariat rüber kommt, dass nur die wissenschaftlichen Mitarbeiter sich als Team bezeichnen. Er hat das so angeblich gar nicht wahr genommen. Er hat sich viele viele peinliche Male entschuldigt und versucht hier was zu ändern. Bin schon gespannt, ob sich was tut.
Viele Grüße
 
pinkie1234  04.12.15, 18:48, Beiträge: 16
Hallo, danke für eure Tips.
Ich habe mir jetzt auch nochmal meine Gedanken gemacht. Mir ist klar, dass die zwischenmenschliche Ebene zu unseren wissenschaftlichen Mitarbeitern vermutlich nie so recht klappen wird. Bisher war ich auch immer ganz froh, dass ich wegen meiner Tochter nicht mehr z.B. am gemeinsamen Mittag teilnehmen kann, weil es eben immer nur um Forschung und andere Wissenschaftler geht. Aber von Zeit zu Zeit wünscht man sich eben doch ein ganz normales Kollegen Team... da kann der Job noch so begehrenswert (zumindest für Außenstehende) sein.
Letztlich werde ich eher nichts sagen, soll ja nicht heißen, dass die Sekretärin wiedermal empfindlich ist...
Viele Grüße
pinkie
 
Huhni  04.12.15, 16:35, Beiträge: 35
Liebe Pinkie,
ich kann verstehen, dass du dich im Moment ausgegrenzt und verletzt fühlst. Natürlich ist das Verhalten der (neuen) Kollegen nicht nett. Allerdings passiert dies häufiger in der akademischen Welt. Ich bin nun schon ein alter Hase (bzw. eine alte Häsin) in dem Bereich, daher kann ich das - glaube ich - ganz gut beurteilen.
Bitte denke daran, dass die wissenschaftlichen Beschäftigten an der Uni zwar einen sehr qualifizierten Bildungsabschluss haben, aber ihnen im Laufe dieser Ausbildung neben dem Fachlichen leider in der Regel keine "soft skills" beigebracht werden. Das fängt bei den Absolventen an und zieht sich bis zur Lehrstuhlspitze hoch. Es ist den Beteiligten vielleicht gar nicht bewusst, wie unfreundlich sie sich dir gegenüber verhalten. Oder es ist ein Zeichen von Unsicherheit, weil sie nicht wissen, wie sie sich dir gegenüber verhalten sollen. Im Laufe meiner Tätigkeit sind mir schon viele solcher Exemplare über den Weg gelaufen. Ich sehe das mit Humor, stelle hobbypsychologische Studien zur Motivation an (Arroganz = Kaschieren von Unsicherheit etc.) und empfinde mich auf jeden Fall in keiner Situation als solchen Menschen unterlegen. Glücklicherweise bin ich selbstbewusst genug. Willst du denn wirklich bei den Team Dinners und Meetings dabei sein? Ist das relevant für dich oder deine Arbeit? Ich werde zwar im Gegensatz zu dir immer zu allen Team-Meetings, abendlichen Treffen etc. eingeladen, gehe aber meistens nicht mit, weil ich andere Pläne und Verpflichtungen habe. Hast du evtl. auch schon öfter abgesagt? Dann denken deine Kollegen vielleicht, dass du sowieso nicht kannst...
Und falls alle meine Überlegungen zu der Situation nicht hilfreich sind, denk immer daran, dass ja fast alle wissenschaftlich Beschäftigen in der Regel ja nur für eine befristete Zeit am Lehrstuhl sind. Danach kommen ja wieder andere (und evtl. nettere) Kollegen und Kolleginnen...
Wenn du dich darüber detailierter austauschen willst, gib Bescheid. Dann schicke ich dir meine mail-Adresse.
Alles Gute!
 
Etoblau  Krone Krone Krone04.12.15, 14:26, Beiträge: 9050
Das ist eine ganz genaue und sehr gute Anleitung von Poetrae, das Problem anzugehen - damit sollte es klappen, liebe Pinkie!
 
poetrae  04.12.15, 14:21, Beiträge: 12
Hallo Pinkie,

ich kann mich gut in Deine Lage versetzen! Und kann mich nur dem Rat anschließen, es auf jeden Fall persönlich und nicht schriftlich anzusprechen - auch wenn das sehr schwer fällt, weil ein sehr emotionales Thema. Aber mit etwas Abstand und im richtigen Moment (z. B. wenn Dein Chef wieder mal fragt "ist alles OK?"), dann kannst Du ganz ruhig und mit vorher schon mal geübten Worten schildern, dass Du Dich manchmal ausgerenzt fühlst und es Dir damit nicht gut geht. Ganz wichtig: Ich-Botschaften! Niemanden beschuldigen, sondern aus der eigenen Sicht schildern, dass Du Dich übergangen bzw. ausgegrenzt fühlst.

Mir hilft in solchen Situationen, es vorher aufzuschreiben, als würde ich es schriftlich klären wollen, dies dann laut mir selbst vorzulesen und dann zu kürzen :-) ! So wenig Worte wie möglich, so aussagekräftig wie möglich. Und wenn man alleine für sich selbst geübt hat, dann kommen die Worte beim Chef einem viel leichter über die Lippen. Natürlich dann nicht "vom Blatt", sondern frei aus dem Kopf, aber innerlich kann man sich am Eingeübten orientieren. So verzettelt man sich nicht, verrennt sich nicht in viel zu langen, umständlichen Erklärungen. Das mögen Chefs meist nicht so. Und wenn Dein Chef was "taugt", dann weiß er zu schätzen, dass Du es angesprochen hast! Und wird künftig dafür sorgen, dass Du voll integriert bist bzw. Dich nicht mehr so sang- und klanglos übergangen fühlen musst.

Alternativ, da Euer Team sehr klein ist, kannst Du auch direkt mit sehr wenigen Worten, so sachlich und ruhig wie möglich, auch den Weg wählen, das ganze Team anzusprechen. Aber das kommt auf Deine Einschätzung an, wie es aufgefasst werden würde.

Und was ich nicht machen würde, ist: künstlich oder berechnend auf die Tränendrüse drücken. Klar, wenn es Dich sehr mitnimmt, dann kullern womöglich ein paar Tränen ganz unbeabsichtigt. Aber mit Fleiß würde ich das Mittel nicht einsetzen. Das kann ganz schnell nach hinten losgehen. Und Du kämst Dir womöglich nachher noch schlechter vor... aber das ist nur mein persönlicher Rat. Ich würd es auf keinen Fall so machen.

Alles Gute und ich hoffe, die Situation lässt sich klären!

Poetrae
 
Monki  04.12.15, 13:12, Beiträge: 224
Hallo Pinki,
die sind ja doof!!!! Und empfindlich finde ich das nicht.
Hilft eventuell die zitternde Unterlippe beim Chef - so ala "ich bin ganz doll traurig. warum soll ich denn nicht dabei sein?". Garniert mir einem Tränchen? Ich finde das voll im Ernst, bei uns hat eben ein Abtl.Leiter den Praktikantenbetreuer noch einmal losgeschickt, die Praktikanten auch zum Umtrunk dazu zuholen. Er war sauer, dass die vergessen wurden.
Kopf hoch!
 
Oups  Krone03.12.15, 09:43, Beiträge: 1767
Das solltest du besser nicht schriftlich machen. Auch wenn es schwerfällt. Aber hier geht es ja um deine Gefühle, die du ihm vermitteln willst. Also, schlaf noch mal eine Nacht oder auch ein ganzes Wochenende drüber und dann "ran an den Speck". Du schaffst das.
 
pinkie1234  02.12.15, 16:46, Beiträge: 16
Danke für die schnelle Antwort. Tja das mit der Sachlichkeit ist so eine Sache... solange ich es schriftlich los werden kann, bekomme ich das sehr gut hin (gelernt ist gelernt), sobald ich das allerdings mit meinem Chef persönlich klären soll, wird's für mich echt schwierig. Zumal bei dem Thema wirklich ein wunder Punkt bei mir getroffen wird. Was mich hier auch wirklich belastet, ist ja, dass mein Chef also der Prof. eigentlich total ok ist (er schätzt meine Arbeit, bedankt sich eher 2 mal zu oft, fragt dauernd, ob alles ok ist), er bespricht auch alle möglichen sehr vertraulichen Sachen (auch über die Mitarbeiter) mit mir. Doch sobald diese anwesend sind, bin ich nur noch die kleine Sekretärin, deren Arbeit gerne auch mal belächelt wird.
 
Etoblau  Krone Krone Krone02.12.15, 16:12, Beiträge: 9050
Sprich das in jedem Fall mit dem gebotenen Abstand bei Deinem Chef an. Bevor Du Dir Gedanken machst und Dich nicht wohl fühlst, vermittele ihm dieses Unwohlsein, diese Veränderung. Es kann sein, dass die beiden neuen Mitarbeiter es einfach nicht kennen, dass Assistentinnen einbezogen werden (Profs können manchmal ziemlich arrogant sein...), dann hast Du das schnell aus der Welt geräumt. Dein Chef wird sich nicht die Mühe machen und selbst etwas ansprechen, wenn Du nicht den Wunsch dazu äußerst. Du hast den Sachverhalt hier sehr sachlich dargestellt, ohne viel Emotionen, wenn Du das Deinem Chef ebenso vermittelst, dann wird er verstehen, wie das bei Dir ankommt.
 
pinkie1234  02.12.15, 15:12, Beiträge: 16
Hallo,
eigentlich bin ich ja eher die stille Mitleserin, aber jetzt würde ich gerne mal eure Meinung zu meiner derzeitigen Situation hören.
Ich arbeite nun seit fast 2 Jahren an einem Lehrstuhl an der Uni als Lehrstuhlsekretärin. Wir haben am Lehrstuhl nur wenige Mitarbeiter (also mit mir sind es 5 Mitarbeiter inkl. Professor). Ein ganz junges Team. Zu Beginn meiner Tätigkeit wurde ich gut ins Team eingebunden, wurde zu sämtlichen Team-Meetings dazu geholt. Nun haben wir seit August 2 neue Mitarbeiter, die ebenfalls schon den Dr. Titel haben, 2 sehr lieb gewonnene Mitarbeiter verließen uns zu der Zeit. Seit dieser Zeit kommt es immer öfter vor, dass "Team-Meetings" nur noch mit dem wissenschaftlichen Personal gemacht werden, mir macht man vor der Nase die Türe zu. Das habe ich noch mit der Begründung akzeptiert, dass ich zu den anstehenden Themen evtl. nix beizutragen habe. Aber seit dieser Woche nimmt das Ganze andere Ausmaße an. Montag wurde dem Chef vom ganzen Team ein Geburtstagsgeschenk überreicht, er hatte Kuchen mitgebracht und terminierte das gemütliche Beisammensein auf 13 Uhr, obwohl er weiß, dass ich spätestens 12:30 Uhr wegen meiner Tochter weg muss. Um 12 Uhr kam er dann an und fragte, ob ich gesondert mit ihm ein Stück essen wollte... Da war ich schon etwas irritiert. Heute habe ich dann im Team Kalender einen Termin zum "Team Dinner" nächste Woche gesehen. Tja ich bin nicht geladen, scheinbar nur wissenschaftliches Personal... ich finde es halt sehr daneben, das als "Team Dinner" zu bezeichnen, wenn nur 90 % eingeladen sind. Ich weiß, dass diese Essens-Treffen in der Vergangenheit schon öfter stattfanden, aber da wurde es nie so offen kommuniziert, sondern unter der Hand vereinbart. Damit konnte ich mich noch arrangieren, aber jetzt so offensichtlich ausgegrenzt zu werden, finde ich schon hart. Reagiere ich über oder sollte ich es beim Chef ansprechen?
 
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