Rat & Tat / SOS Kollegin in Not

» Zurück zur Rubrik SOS Kollegin in Not
» Forum AGB

Bewerbung nach kurzer Zeit
»  Letztes Thema
h0LLy  18.08.15, 07:29, Beiträge: 3
Frage
Hallo Etoblau,

vielen Dank für Deine Worte. Ich habe mich nun tatsächlich dazu entschieden, die Bewerbung zu schreiben. Nach der Entscheidung (die ich mir trotz allem nicht gerade leicht gemacht habe) ging es mir sofort etwas besser.

Ich weiß nur nicht, was ich im Vorstellungsgespräch (sofern ich eingeladen werde) sagen soll wegen der kurzen Zeit die ich ja erst hier im neuen Job bin :-( Hat da jemand einen Tipp? Das es mir hier nicht gefällt kann ich ja sicherlich so nicht sagen. Ich will auch nicht negativ über den Job hier sprechen...

Liebe Grüße,
h0LLy
 
Etoblau  Krone Krone Krone14.08.15, 14:11, Beiträge: 9050
Nach diesen weiteren Erklärungen liegt der Fall völlig anders. In einem solchen Fall würde ich a) schleunigst die Personalabteilung darüber unterrichten, dass Du mit Deiner Versetzung den berühmten Griff ins Klo getan hast und mich b) sofort auf die andere Stelle bewerben.

Wenn Euch solche Vorschriften gemacht werden, kann das nicht im Sinne einer modernen Personalführung sein. Außerdem müssen solche Dinge zwingend mit dem Betriebsrat abgestimmt werden, und der wird schwerlich sein Okay dazu geben.
 
h0LLy  14.08.15, 14:04, Beiträge: 3
Hallo Etoblau, hallo AnnamariaB,

vielen Dank für eure Nachrichten. Ja stimmt, bei Männern wäre das etwas anders. :-)

Ich glaube, ich muss doch ein wenig weiter ausholen.

Ich habe mich vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt. Ich war vorher bereits 5 Jahre im selben Unternehmen und habe dann die neue Stelle, im selben Unternehmen, angetreten. Es ist "nur" eine andere Abteilung. Ich kenne das Unternehmen also ziemlich gut. Wenn mein Chef davon Wind bekommen würde, puh, das wäre dann natürlich der Super Gau, allerdings herrscht bei uns (eigentlich... Golfplatz und Co. ausgenommen) die Regel, das interne Bewerbungen vertraulich behandelt werden müssen. Natürlich kann da dann immer etwas über die Gerüchteküche ankommen. Bei meiner letzten Bewerbung kam aber wirklich kein Piep raus. Daher schätze ich dieses Risiko eher gering ein.

Das es etwas schillernder beschrieben wird, als es ist, ist klar, schließlich wollen sie ja die Bewerber überzeugen. Es ist nur so, das es leider fast gar nicht passt. Ich habe beispielsweise betont, wie wichtig mir Verbindlichkeit ist - es ist aber so, dass ungefähr jede zweite Woche die ganze Orga umgeschmissen wird. Außerdem herrscht hier das Motto "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern". Das ist quasi das genaue Gegenteil von dem, was mir im Vorstellungsgespräch gesagt wurde, und das ist nur einer der Punkte. Dein Rat ist gut,ist aber leider schwierig umzusetzen: Das Problem ist auch, das ich nicht wirklich Gestaltungsfreiraum habe. Uns wird vorgeschrieben, wann wir telefonieren dürfen, wann wir welchen Aufgabentyp bearbeiten dürfen, wir müssen uns jegliche Entscheidung freigeben lassen, etc. Ich bringe gute Leistungen, meine Beurteilungen sprechen für sich, allerdings wird uns allen! dauernd vorgerechnet, das wir sowieso alle zu wenig leisten und zu viel verdienen. Das motiviert halt auch nicht... Ehrlich mit meinem Chef reden geht, für mich, leider auch nicht. Davor habe ich sehr große Angst. Das haben vor mir schon andere versucht und interessanterweise sind alle, die die Lage angesprochen haben, inzwischen weg - mehr oder minder freiwillig. :-(

LG
h0LLy
 
AnnamariaB  14.08.15, 13:49, Beiträge: 4
Da stimme ich komplett zu. Versuch es am besten erst einmal. Erstell ein pro und contra, so doof wie es klingt, es kann hilfreich sein :) Solltest du allerdings garkein weiterkommen sehen empfehle ich: Rede ehrlich mit deinem Chef darüber.

Wenn du komplett ehrlich auf ihn zugehst und deine Bedenken äußerst, gibst du ihm die Chance damit die Dinge die nicht gut laufen zu ändern. Sollte er darauf nicht eingehen, erleichtert es deine Entscheidung ja nur. Dann finde ich es komplett nachvollziehbar, dir die andere Stelle anzusehen.

Das es eine Stelle im selben Betrieb ist finde ich persönlich sogar einen Vorteil! Das zeigt der Geschäftsleitung ja, dass du das Unternehmen magst und gerne dort bleiben würdest, nur eben deine Aufgabenbereiche wo anders siehst.

Ich wünsche dir viel Erfolg :-)

Liebe Grüße
 
Etoblau  Krone Krone Krone14.08.15, 13:17, Beiträge: 9050
Zitat:
Original geschrieben von h0LLy
Hinzu kommt, das ich es ein wenig als persönliche Niederlage sehen würde, zu gehen, weil ich es ja nicht geschafft habe, etwas zu ändern, denn an sich machen mir die Aufgaben größtenteils Spaß.

Du hast die Antwort eigentlich schon selbst gegeben...

Zu Deinem Konflikt mit der Kollegin kann ich Dich nur darauf verweisen, wie Männer mit dem Thema umgehen würden: wenn der eine Kollege sagt, dass er sich auf eine andere Stelle bewirbt, dann sagt der andere Kollege, dass er das auch vorhat. Und keiner von beiden ist beleidigt, weil jeder weiß, dass letztendlich der Bessere gewinnen wird. Da Ihr aber Frauen seid, würde ich an Deiner Stelle auf jeden Kommentar verzichten und auch über meine eigenen Pläne nichts sagen. Ich würde mich allerdings auch nach so kurzer Zeit nicht intern bewerben, da hast Du keine guten Karten gegenüber erfahreneren Bewerbern, die das Unternehmen besser kennen. Und ganz davon abgesehen wird Dein jetziger Chef Wind von Deiner Bewerbung bekommen. Wie sieht es dann für Dich aus, wenn Du nachher weiter für ihn arbeiten musst?

Leider ist es übrlich, in Vorstellungsgesprächen die Dinge etwas schillernder dastehen zu lassen als sie es in der Realtität sind. Allerdings gilt das für beide Seiten. Schriftlich hast Du das wahrscheinlich nicht, so dass Du Dich nicht darauf berufen kannst.

Versuch doch, Deinen Arbeitsbereich so gut wie möglich zu organisieren und Deinen Chef mit Leistung zu überzeugen. Parallel dazu kannst Du ggf. bei der Personalabteilung bzw. bei Eurem Betriebsrat mal nachhorchen. Du bist ja relativ neu im Betrieb, deshalb fallen Dir Dinge auf, die für andere MA bereits selbstverständlich sind. Und vielleicht war ja auch ein Personaler beim Vorstellungsgespräch dabei und kann sich erinnern, wie man Deine Aufgaben beschrieben hat. Manchmal sind die Personaler dankbar für Hinweise, was nicht rund läuft bei bestimmten Vorgesetzten. Und vielleicht wird ja Dein Chef auch mal versetzt, so dass Du eine neue Chance hast.

Ich wünsche Dir jedenfalls viel Kraft und das nötige Durchhaltevermögen.
 
h0LLy  14.08.15, 11:50, Beiträge: 3
Hallo!

Ich bin seit Jahren stiller MItleser und wende mich heute an euch in der Hoffnung, dass ihr mir helfen könnt - oder mir zumindest eure Meinung dazu sagen könnt.

Ich habe vor kurzem eine neue Stelle in meinem Unternehmen angetreten. Am Anfang war noch alles total super, aber schon nach wenigen Monaten habe ich gemerkt, was hier alles schief läuft und dass das auf Dauer für mich absolut keine Option ist. U.a. wurde mir im Vorstellungsgespräch etwas ganz anderes erzählt als das, was ich letztlich hier vorgefunden habe. Ich möchte dazu aber lieber nicht genauer ins Detail gehen.

Auf jeden Fall habe ich nun (wieder im selben Unternehmen) per Zufall eine Stelle entdeckt, die mich sehr interessiert. Die erste Frage, die ich mir stelle: Soll ich mich bewerben? Wie erkläre ich, dass ich nach so kurzer Zeit bereits von der jetzigen Stelle "weg" möchte? Sieht das komisch aus? Mir wurde gesagt, das könne schnell der Eindruck erwecken das ich alle naselang die Jobs wechseln will und arbeitsfaul bin.. Anderseits will ich hier auch nicht versauern und mich auf Dauer kaputt zu machen, von Tag zu Tag wird es schlimmer, wir alle haben versucht mit den Chefs zu reden, da wurde es nur NOCH schlimmer, etc... Hinzu kommt, das ich es ein wenig als persönliche Niederlage sehen würde, zu gehen, weil ich es ja nicht geschafft habe, etwas zu ändern, denn an sich machen mir die Aufgaben größtenteils Spaß.

Die zweite Sache: Eine sehr gute Kollegin von mir erzählte mir heute, dass sie die gleiche Stelle auch gefunden hat und überlegt, sich zu bewerben. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander, allerdings möchte ich ihr nicht sagen, dass ich das auch in Betracht ziehe - ich weiß nun gar nicht was ich tun soll. Ich kann ihr ja nicht die Bewerbung ausreden wollen und dann, falls ich mich bewerbe und die Stelle kriege, sagen "ätsch ich hab mich beworben auf Wiedersehen". Andererseits, wenn ich sie ermutige, schwinden meine "Chancen", sollte ich mich bewerben. Für den letzten Gedanken fühle ich mich auch ehrlich gesagt ein wenig schäbig :-(

Was sind Eure Meinungen dazu? War jemand schon einmal in einer ähnlichen Situation oder hat einen Rat? Ich freue mich über jede Antwort!!

LG
h0LLy
 
Zum Forum wechseln:

© 2000 - 2017 sekretaria.de WEKA MEDIA GmbH & Co. KG

  • Folgen Sie uns auf: