Rat & Tat / SOS Kollegin in Not

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claudiam  23.06.16, 09:21, Beiträge: 96
Ich danke Euch allen für Eure vielfältigen Meinungen. Da sieht man mal, wie weit die Befindlichkeiten auseinandergehen. Die eine kann's gut ab, die andere ist verletzt.
Ich habe das für mich jetzt erst mal abgehakt und werde entsprechenden Abstand nehmen. Abstand dahingehend, dass ich den Job als Job sehe - dann aber auch kein Herzblut mehr da einfließen lasse. Finde ich zwar schade, ich habe mich seither immer identifiziert mit meinen Chefs, der Firma, der Philosophie. Vielleicht auch ein Zeichen der Zeit - so kommt es mir vor.

Gut dass es Euch hier gibt - DANKE!
 
Oups  Krone16.06.16, 10:14, Beiträge: 1769
Nix g'schwätzt, is g'lobt g'nug
 
Dini83  13.06.16, 14:23, Beiträge: 1
Also mein Chef ist ähnlich.. kein Danke nichts.. aber hey.. kein Blumenstrauß macht nichts dann muss ich wenigstens nicht danke zu ihm sagen
 
Fleißpinsel  06.06.16, 17:15, Beiträge: 3
Grundsätzlich sollte Wertschätzung seitens des Vorgesetzten vorhanden bzw. selbstversändlich sein. Da stimme ich mit euch überein. Aber sie lässt sich leider nicht erzwingen. Wenn der Chef Geburtstage übersieht und Dank nicht für nötig hält, kann man in den wenigstens Fällen etwas daran ändern. Dann heißt es bleiben und sich damit arrangieren oder gehen. Ich kenne die Situation. Ich bin lange geblieben. Klar ist man anfangs verletzt, aber mit etwas Distanz und wenn man weiß, was man selbst wert ist, kann man damit zurechtkommen. Deswegen kann man nicht gleich den Job wechseln.
Leider habe ich auch ähnliches wie Dania erlebt. Mein damaliger Chef hat nicht einmal ein Danke über die Lippen bekommen, als sich unsere Wege nach langjähriger Zusammenarbeit trennten. Und er hatte mir viel zu verdanken.
 
Etoblau  Krone Krone Krone06.06.16, 16:48, Beiträge: 9050
Natürlich freue ich mich auch, wenn mein Chef an meinen Geburtstag denkt (und das tut er ja auch immer). Trotzdem würde ich mich, wäre es anders, nicht aus der Ruhe bringen lassen und schon gar nicht an der Wertschätzung meiner Person zweifeln. Denn wie gesagt: Ich arbeite nur dort, da brauche ich keine Kuschelatmosphäre, da reicht mir der professionelle Umgang miteinander. Vergessen Freunde meinen Geburtstag, dann bin ich getroffen, aber bei meinem Chef kostet mich das lediglich ein müdes Stirnrunzeln.
 
Pokerface  Krone Krone06.06.16, 10:26, Beiträge: 2137
Ich sehe es auch ähnlich wie Dania. Ein bisschen Wertschätzung sollte schon vorhanden sein. Zumal gerade dann, wenn die anderen Geburtstage bedacht werden.
Mein Chef ist auch so ein Chaot. Er hat alle Geburtstage im Outlook und dann noch einmal in seinem "Handkalender" (meinen auch), trotzdem ist er so zerstreut, dass er meinen Geburtstag regelmäßig vergisst. Dann ist er peinlich berührt und rennt in der Mittagspause noch schnell los, um irgendetwas für mich zu besorgen.
Das ist aber für mich in Ordnung. Ich amüsiere mich darüber. Aber wenn gar nichts käme.... Doch, ich wäre enttäuscht und verletzt.
 
daniaberlin  03.06.16, 14:14, Beiträge: 24
Hallo Claudia,
ich wäre an Deiner Stelle nicht so entspannt wie Etoblau oder Fleißpinsel. Du arbeitest immerhin seit vier Jahren mit Deinem Chef zusammen und kannst da auch eine gewisse Wertschätzung erwarten - nichts anderes ist es für mich, wenn mir mein Chef ein kleines Geschenk zum Geburtstag überreicht. Ich erwarte keine "großen" Geschenke, das kann auch nur ein Gänseblümchen oder eine Schachtel Pralinen sein, aber ich muss merken, dass mich mein Chef als Person, ohne die sein berufliches Dasein zumindest äußerst schwierig wäre, wahrnimmt. Ein Händeschütteln im Vorbeigehen hielte ich persönlich für einen Affront.
Ich denke auch nicht, dass Du das Gespräch suchen solltest, eventuell ergibt sich aber mal die Möglichkeit, das zu thematisieren. Mich würde das sehr wurmen.
Ich habe viele Jahre für einen Chef gearbeitet, der nur gelegentlich mal ein Geschenklein zum Geburtstag überreicht hat, manchmal auch nicht. Das habe ich hingenommen, obwohl ich sehr enttäuscht war. Die Krönung war dann allerdings, dass ich bei meinem Ausscheiden nach 14 Jahren (!) nicht einmal ein Blümchen bekommen habe. Wir sind nicht im Bösen auseinander, alles war prima, ich habe ihm auch noch schon während der Tätigkeit bei meinem neuen Arbeitgeber noch ein paar Wochen geholfen, aber trotzdem kam nichts. DAS hat mich tatsächlich arg gekränkt. Wir sind in den 14 Jahren durch Dick und Dünn gegangen, ich habe alle privaten und beruflichen Katastrophen mitgemacht und ausgebügelt und dann so etwas.
Ich weiß heute, vier Jahre später, dass ich einen solchen Chef nicht wieder haben will. Da muss die gleiche menschliche Wellenlänge sein, sonst kann und will ich nicht mehr für jemanden arbeiten, der mich offenbar nicht genug wertschätzt.
Aber jeder muss seinen eigenen Weg finden :-))
Viele Grüße
Dania
 
claudiam  31.05.16, 14:19, Beiträge: 96
Zitat:
Original geschrieben von Fleißpinsel
Das Problem kenne ich. Leider. Das ist mir dieses Jahr ebenfalls passiert - weder die Chefin noch die Kollegen (außer einer sehr lieben Kollegin) haben an meinen Geburtstag gedacht. Erst Tage später fiel es einigen ein. Das hat mich anfangs geärgert, aber dann habe ich es abgehakt. Wie Etoblau schon gesagt hat, das sind nicht meine Freunde. Emotional gehe ich da auf Abstand. Die obligatorische Kuchenrunde habe ich mir im Gegenzug jedoch gespart. An deiner Stelle würde ich den laschen Glückwunsch deines Chef einfach ignorieren und ihn in keinem Fall darauf ansprechen. Das ist irgendwie für beide unangenehm und nachher gratuliert er dir nächstes Jahr nur aufgesetzt, weil er muss.
Ich weiß jedoch, was du grundsätzlich meinst. Die Anerkennung und Wertschätzung fehlen. Das kenn ich nur zu gut. Ich denke, dass ohnehin viele Chefs die Arbeit ihrer Assistentin als zu selbstverständlich hinnehmen. Immer ist alles organisiert, vorbereitet oder da. Da übersieht man schnell, was für ein Kraftakt und organisatorische Meisterleistung das oft ist. Schade. Ich versuche das in meinem Umfeld zu ändern. Meinen Chef kann ich nicht verändern, aber ich gebe verdiente und ehrliche Anerkennung und Wertschätzung an Kollegen weiter.
Nach einem neuen Job würde ich trotz Unterforderung nicht sofort suchen, sondern auch sehen, ob man die Stelle noch gestalten/erweitern kann. Bei einer neuen Stelle hast du immer das Risiko, dass es dort genauso oder vielleicht noch schlimmer ist. Perspektivisch kannst du ja die Fühler ausstrecken, ob du etwas findest, was dich glücklicher macht.

Auch Dir vielen Dank für Deine Aussage. Hilft mir weiter, zu reflektieren. Und ich weiß dass ich nicht die einzige bin, die in dieser Hinsicht ein wenig leidet.
 
Fleißpinsel  31.05.16, 10:26, Beiträge: 3
Das Problem kenne ich. Leider. Das ist mir dieses Jahr ebenfalls passiert - weder die Chefin noch die Kollegen (außer einer sehr lieben Kollegin) haben an meinen Geburtstag gedacht. Erst Tage später fiel es einigen ein. Das hat mich anfangs geärgert, aber dann habe ich es abgehakt. Wie Etoblau schon gesagt hat, das sind nicht meine Freunde. Emotional gehe ich da auf Abstand. Die obligatorische Kuchenrunde habe ich mir im Gegenzug jedoch gespart. An deiner Stelle würde ich den laschen Glückwunsch deines Chef einfach ignorieren und ihn in keinem Fall darauf ansprechen. Das ist irgendwie für beide unangenehm und nachher gratuliert er dir nächstes Jahr nur aufgesetzt, weil er muss.
Ich weiß jedoch, was du grundsätzlich meinst. Die Anerkennung und Wertschätzung fehlen. Das kenn ich nur zu gut. Ich denke, dass ohnehin viele Chefs die Arbeit ihrer Assistentin als zu selbstverständlich hinnehmen. Immer ist alles organisiert, vorbereitet oder da. Da übersieht man schnell, was für ein Kraftakt und organisatorische Meisterleistung das oft ist. Schade. Ich versuche das in meinem Umfeld zu ändern. Meinen Chef kann ich nicht verändern, aber ich gebe verdiente und ehrliche Anerkennung und Wertschätzung an Kollegen weiter.
Nach einem neuen Job würde ich trotz Unterforderung nicht sofort suchen, sondern auch sehen, ob man die Stelle noch gestalten/erweitern kann. Bei einer neuen Stelle hast du immer das Risiko, dass es dort genauso oder vielleicht noch schlimmer ist. Perspektivisch kannst du ja die Fühler ausstrecken, ob du etwas findest, was dich glücklicher macht.
 
claudiam  31.05.16, 08:56, Beiträge: 96
Danke Etoblau - ich denke in etwa auch so wie Du das beschreibst. Ich bin seit über 20 Jahren Assistentin der Geschäftsführung und habe schon diverse Chefs erlebt. Und momentan habe ich so das Gefühl dass es einfach reicht und ich gar nicht mehr in diesem Job tätig sein will. Alle Chefs haben ihre Macken und mit den Jahren habe ich gelernt das auszuhalten.

Vielleicht ist es jetzt aber auch an der Zeit, einfach mal was ganz anderes zu machen. Ich werde auf jeden Fall - erst mal mental - dran arbeiten.

Wertschätzung ist so ein Thema, das immer weniger Beachtung findet. Jeder möchte geschätzt werden - aber die anderen wertschätzen, das findet man nicht mehr notwendig. Und das ist im Grunde das Thema, das mir zu schaffen macht.
 
Etoblau  Krone Krone Krone30.05.16, 21:50, Beiträge: 9050
Ganz ehrlich: Es wäre mir nicht wichtig genug, um mich darüber aufzuregen. Es ist nur ein Job, er ist nur Dein Chef, nicht Deine Familie, kein Mensch, der für Dich außerhalb des Büros wichtig ist. Wenn er nicht selbst merkt, wie daneben sein Verhalten ist, dann lohnt kein Gespräch darüber. Das allein wäre für mich kein Grund, mich nach einer neuen Stelle umzusehen. Wohl aber die Langeweile. Was hindert Dich daran, Dich umzusehen und in Ruhe nach einer passenden Stelle zu suchen? Du hast nichts zu verlieren, denn wenn es nicht klappt, dann hast Du ja einen sicheren Job.
Versuch doch, das Verhalten Deines Chefs mit mehr Abstand zu sehen, es nicht an Dich herankommen zu lassen. Und parallel ziehst Du Dir mehr Aufgaben an Land, bringst Dich in Projekte ein oder organisierst ein wenig um. Es gibt bestimmt Möglichkeiten, Deinen Arbeitsalltag etwas interessanter zu gestalten.
 
claudiam  30.05.16, 19:17, Beiträge: 96
Ich würde mal gerne hören, was Ihr über meine Situation denkt. Ich habe - verständlicherweise - momentan zu wenig Abstand um zu einer sinnvollen Einschätzung zu kommen.

Ich bin seit knapp vier Jahren als Assistentin beim Geschäftsführer eines mittelständischen Verlagshauses tätig. Bei diversen Events (wo es was zu essen gibt) hat mein Chef schon mehrmals bemerkt, dass ich Fisch und Fleisch ablehne. Trotzdem bekomme ich jedes Jahr zu Weihnachten eine Kiste mit Lachs von ihm (alle anderen aus dem Führungsteam auch). Bisher habe ich das einfach als nette Geste gesehen und gut ist.

Nun bin ich in diesem Jahr, im April, 50 Jahre alt geworden. Seither hatte ich an jedem meiner Geburtstage Urlaub - mein Chef hat nicht gratuliert (nicht per mail, nicht per Handy und auch nicht nach meiner Rückkehr). In diesem Jahr war ich also mal nicht im Urlaub und hatte besagten runden Geburtstag. Beim reinkommen hat mein Chef gratuliert, das wars.
Nun hatten in diesem Jahr noch eine Abteilungsleiterin ihren 50 Geburtstag und ebenso der Marketing-Chef. Beide haben ein nettes Geschenk bekommen. Die Abteilungsleiterin war in Urlaub am Geburtstag, ist jetzt zurück - ich musste die Geschenkgutscheine besorgen und auch den Brief formulieren und schreiben mit dem er das überreichen wird.

Wie gesagt - bei mir hats grad mal für einen Händedruck im Vorbeigehen gereicht.

Bin ich empfindlich? Werde ich überhaupt geschätzt? Soll ich reagieren? Was sagen? Oder lieber schweigen und mich nach einer anderen Stelle umschauen? Glücklich bin ich da sowieso nicht wirklich, ich langweile mich den lieben langen Tag weil ich mit der Aufgabe unterfordert bin - scheue mich aber eben jetzt, mit 50 Jahren, nochmal von vorne anzufangen.

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