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Geringes Arbeitspensum
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zauberperle  04.07.16, 12:42, Beiträge: 5
Hallo ihr lieben,

ich wollte einmal einen kleinen Zwischenstand geben, wie es mir inzwischen ergangen ist.

Ich stecke leider immer noch in der Stelle fest, und es ist auch keine wirkliche Besserung in Sicht. Ich habe mich bereits im Unternehmen beworben, allerdings keine Rückmeldung erhalten, was mich ziemlich frustriert, zumal ich gehört habe, dass bereits Gespräche laufen. Man hat mir nicht mal eine Standard "Danke für Ihre Unterlagen, nach Prüfung melden wir uns ..."-Nachricht geschickt, sodass ich nach einigen Wochen nachfragen musste, ob überhaupt etwas angekommen ist...

Ich war auch 2 Wochen im Urlaub und dachte mir "Juhu, danach hat sich bestimmt einiges nicht so dringliches angesammelt", aber gar nichts war. An meinem ersten Tag nach dem Urlaub hatte ich sage und schreibe eine einzige Aufgabe zu erledigen, die in 2 Minuten beendet war. :-( Inzwischen wurde hier ein wenig umgeräumt und man kann mir nicht mehr so einfach auf den Bildschirm schauen, sodass ich angefangen habe, mich ein wenig weiterzubilden. Dabei habe ich zwar ein schlechtes Gewissen (Ich bin ja hier, um etwas für die Firma zu leisten, und nicht, um mich weiterzubilden), aber bevor ich vor Langeweile untergehe...

Den Tipp mit dem Humor versuche ich auch immer wieder, und ja, auch wenn es sonst nichts bringt dann macht es immerhin bei mir gute Laune *lach* Und das ist ja auch etwas wert.

Ich kämpfe weiter um Aufgaben und um eine gute Anschlussstelle und hoffe das beste..

Ganz liebe Grüße von der zauberperle
 
zauberperle  25.05.16, 08:00, Beiträge: 5
Hallo Cosima,

ich wurde ganz ursprünglich in einem anderen Bereich eingestellt, wo ich dann einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten habe. Von dort bin ich (und die Hälfte der Abteilung vor mir auch schon *lach*) nach Jahren geflüchtet, weil es sich einfach nicht mehr aushalten ließ. Ich bin dann über Gespräche zu dieser Stelle als Eternzeitvertretung gekommen und habe keinen neuen Vertrag erhalten, sondern Versetzung, in der steht, dass ich eben von Zeitraum A bis Zeitraum B Frau C vertrete, die Funktion an sich befristet ist, die restlichen Belange meines ursprünglichen Arbeitsvertrags aber unverändert bleiben. Im Anschluss ist nichts geplant, ds einzige, was klar ist, ist dass ich -> nicht hier bleiben und -> nicht in die Ursprungsabteilung zurück gehen kann. Das steht auch in der Versetzung.
Einen Plan, wo man mich danach sieht, gibt es nicht. Ich habe vor kurzem in der Personalabteilung auch frech einmal nachgehakt, was denn geplant ist, oder wie sich das Personalwesen das weitere Vorgehen vorstellt. Antwort "Ja also Frau zauberperle Sie sollten sich dann irgendwann mal irgendwo bewerben".

Ja das stimmt, vieles sieht man im Vorstellungsgespräch nicht, das ist ja auch gar nicht richtig möglich. Dazu kommt dann auch noch, dass Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung auseinanderklaffen, was die Abteilung / das Arbeitspensum betrifft. Mein Chef ist davon überzeugt, hier wäre mehr als genug Arbeit für zwei 100% Mitarbeiter und da sagte er ja auch im Vorstellungsgespräch. Ich sehe ja nun, dass es nicht so ist. Ich hoffe wiklich, dass ich eine Position finde, in der ich wieder "was schaffen" kann und nicht nur Dekoration bin. Auch wenn einige Kollegen jetzt ab und an auf mich zukommen, sitze ich dennoch weit mehr als die Hälfte des Tages nur rum und drehe Däumchen. Ich habe übrigens auch nochmal versucht mit meiner Kollegin zu sprechen, leider total erfolglos.
 
CosimaZ  24.05.16, 19:51, Beiträge: 158
Zitat:
Original geschrieben von CosimaZ
Hallo Zauberperle,

so ganz verstehe ich deine Situation nicht. Zum einen bist du als Vertretung für die sich im Mutterschutz befindende Arbeitskollegin eingestellt worden und auf der anderen Seite hast du einen unbefristeten Vertrag.
Was besagt dieser unbefristete Vertrag, für welche Position bist du im Anschluss an die Mutterschutzvertretung eingestellt worden?
In meinem Unternehmen gab es aus diversen Gründen einen personellen Engpass der zeitlich befristet war. Hierfür stellte mein Unternehmen auch eine weitere Kraft ein, allerdings über die Zeitarbeit. Ihr wurden nicht alle Aufgaben übergeben, insbesondere Aufgaben, die eine intensivere Einarbeitung erforderlich machten, bzw. entsprechen vertraulich waren.

Was ich aus eigener Erfahrung heraus sehr gut nachvollziehen kann, ist diese absolute Langeweile im Job. Dies war einer der Gründe, weshalb ich mich von meiner letzten Stelle wegbeworben habe. Meine Hauptaufgabe bestand darin, meinen PC hoch zu fahren, meinen Stuhl aufzuwärmen, einen kleinen Beitrag für das Unternehmen zu leisten und wenn ich ging wieder alles Retour. Es mag Menschen geben, die mit einer solchen Arbeitsweise sehr zufrieden sind, nur für mich persönlich ist es nichts gewesen.
Allerdings liegt das weitere Problem darin, dass man vieles nicht im Vorstellungsgespräch erkennt. Und dann steckt man in der Situation über einen gewissen Zeitram hinweg einfach gute Mine zum bösen Spiel zu machen. Ist ein harter Weg und vor allem ungewisse, weil man nicht weiß, ob die neue Stelle anders/besser ist.

 
CosimaZ  24.05.16, 19:49, Beiträge: 158
Hallo Zauberperle,

so ganz verstehe ich deine Situation nicht. Zum einen bist du als Vertretung für die sich im Mutterschutz befindende Arbeitskollegin eingestellt worden und auf der anderen Seite hast du einen unbefristeten Vertrag.
Was besagt dieser unbefristete Vertrag, für welche Position bist du im Anschluss an die Mutterschutzvertretung eingestellt worden?
In meinem Unternehmen gab es aus diversen Gründen einen personellen Engpass der zeitlich befristet war. Hierfür stellte mein Unternehmen auch eine weitere Kraft ein, allerdings über die Zeitarbeit. Ihr wurden nicht alle Aufgaben übergeben, insbesondere Aufgaben, die eine intensivere Einarbeitung erforderlich machten, bzw. entsprechen vertraulich waren.

Was ich aus eigener Erfahrung heraus sehr gut nachvollziehen kann, ist diese absolute Langeweile im Job. Dies war einer der Gründe, weshalb ich mich von meiner letzten Stelle wegbeworben habe. Meine Hauptaufgabe bestand darin, meinen PC hoch zu fahren, meinen Stuhl aufzuwärmen und wenn ich ging wieder alles Retour. Es mag Menschen geben, die mit einer solchen Arbeitsweise sehr zufrieden sind, nur für mich persönlich ist es nichts gewese.
Allerdings liegt das weitere Problem darin, dass man vieles nicht im Vorstellungsgespräch erkennt. Und dann steckt man in der Situation über einen gewissen Zeitram hinweg einfach gute Mine zum bösen Spiel zu machen. Ist ein harter Weg und vor allem ungewisse, weil man nicht weiß, ob die neue Stelle anders/besser ist.
 
Etoblau  Krone Krone Krone24.05.16, 13:47, Beiträge: 9050
Das hört sich doch schon mal nach 'nem Teilerfolg an! Das Beste an der Humornummer ist aber, dass Dir selbst nicht die gute Laune vergeht.
 
zauberperle  24.05.16, 12:48, Beiträge: 5
Hallo Mimi,

leider kann ich hier nicht lernen oder ähnliches, da man mir, sobald man den Raum betritt, direkt auf den Arbeitsplatz und auch auf den Bildschirm schauen kann :-( Daher fällt eigentlich alles, was ich vielleicht so machen könnte, raus. Das mit dem Seminar habe ich auch schon überlegt. Ich vermute aber fast das man in mich sicher nicht investieren will oder wird, da ich ja bald wieder weg bin. Die Kostensparauflagen in unserer Firma sind nämlich sehr streng.

Der Humor scheint zu wirken. Ich habe vorletzte Woche erst einem Kollegen mit einer Prise Humor gesagt, dass ich auch da bin und ihm gerne auch helfen kann. Zuerst war er etwas verdattert, aber schwupps kamen danach ein paar Aufgaben direkt an mich :-) :-)
 
DieMimi  20.05.16, 09:47, Beiträge: 5
Hallo Zauberperle,

vielleicht gibt es ja auch die Möglichkeit, dass Du Dich nebenher etwas weiterbildest: Entweder Vokabeln lernen oder bei Youtube Videos über Excel, PowerPoint etc. anschauen . Oder Dir ein Fachbuch BWL/Assistenz/PDF... kaufst und immer mal wieder darin liest. Oder versuche doch auch mal 1-2 Tage ein Seminar besuchen zu dürfen, so dass Du rauskommst.

Die Idee mit dem humorvollen Hinweis aufs Ignorieren finde ich auch gut. Konntest Du das inzwischen ausprobieren?

Alles Gute für Dich!
 
zauberperle  21.04.16, 13:27, Beiträge: 5
Danke, Etoblau, für deine Einschätzung. Dann werde ich wohl wirklich die Zähne zusammenbeißen und die Tage irgendwie durchstehen. Den Humor werde ich versuchen. Mal sehen, wie es klappt.

Tja, wie es danach weitergeht? Das ist eine gute Frage. Ich habe einen unbefristeten Vertrag in dem Unternehmen, mein Einsatz ist aber natürlich begrenzt bis die beiden Kolleginnen kommen. Ich schaue jetzt schon immer mal nach Jobs, denn wer garantiert mir, dass ein passender Job vorhanden ist, wenn die Kolleginnen wieder da sind? Auf die Straße setzen können sie mich Gott sei Dank nicht. Ich will aber natürlich nicht im Anschluss auf "irgendeine" Funktion geschoben werden, nur weil man mich eben irgendwo unterkriegen muss!
 
Etoblau  Krone Krone Krone20.04.16, 14:48, Beiträge: 9050
Natürlich kann es sein, dass Du als Vertreterin weniger Arbeit bekommst als die eigentliche Stelleninhaberin, zumal ja auch 2 Assistenzkräfte da sind. Vielleicht ist es aber wirklich so, dass beide Damen den Arbeitsmangel bewusst ignorieren, denn man stellt ja nicht ohne Not die eigene Existenzberechtigung in Frage.
Ich denke, auch ich würde an Deiner Stelle jetzt kein Fass aufmachen, die restliche Zeit überstehst Du auch noch. Es ist nicht Dein originärer Arbeitsbereich, deshalb würde ich tatsächlich alles so belassen wie es ist.
Wenn Dich mal wieder jemand ignoriert, dann merke das doch mit 'nem Schuss Humor an, vielleicht prägt sich das ein.

Was machst Du denn nach dem Einsatz als Elternzeitvertretung?
 
zauberperle  20.04.16, 13:56, Beiträge: 5
Liebe Gemeinde,

ich bin seit sehr, sehr vielen Jahren stiller Mitleser und habe so schon den ein oder anderen Tipp für meine tägliche Arbeit entdeckt. Doch heute wende ich mich an euch mit einem Anliegen, von dem ich hoffe, dass jemand eine zündende Idee hat.

Ich vertrete zurzeit eine Kollegin, die in Mutterschutz ist. Mein Einsatz ist also begrenzt. Als ich hier anfing, fand ich es hier ganz toll (mein Job davor im selben Unternehmen war die Hölle mit Mobbing, einem cholerischen Chef und und und), die Kollegen sind sehr nett. Inzwischen bin ich in einer Situation, in der ich mich gar nicht wohl fühle. Mein Arbeitspensum ist sehr überschaubar, oft habe ich leider nichts zu tun. Ich suche mir immer Aufgaben, z. B. Ablage und Archiv auf Vordermann bringen oder aufräumen und ausmisten, aber das kann ich ja auch nicht jeden Tag machen. Oft sitze ich da und starre den PC an, in der Hoffnung, dass doch noch ein Anruf oder eine E-Mail kommt. Die Aufgaben, die ich kriege, mache ich alle 150%ig und ziehe sie in die Länge, um den Tag irgendwie voll zu kriegen. Als ich einige Kollegen aktiv nach Arbeit gefragt habe, kam die Antwort "Als von deiner Vorgängerin habe ich sowas noch nie gehört.". Nach ein paar Mal Fragen, was jedes Mal auch erfolglos war, habe ich es mir abgewöhnt zu fragen. Zwischendurch biete ich immer mal wieder meine Hilfe an, aber mein Angebot wird nicht in Anspruch genommen. Dieses Nichtstun alleine macht mich schon ganz verrückt, die Zeit geht nicht um und ich fühle mich total unnütz und ungebraucht. Das nagt auch sehr an meinem Selbstbewusstsein. Hinzu kommt, das wir zu zweit im Sekretariat sitzen. Offiziell haben wir unsere eigenen Bereiche, aber defacto haben wir doch keine getrennten Aufgabengebiete, sondern machen beide irgendwie alles, je nachdem, wer eben angesprochen wird. Das finde ich seltsam, scheint aber so gewachsen zu sein in der Vergangenheit. Das werde ich auch in meiner Zeit hier nicht ändern.

Zu dem geringen Arbeitspensum kommt hinzu, dass ich auch gar nicht richtig wahrgenommen werde. Die Kollegen und Chefs gehen nur auf meine Kollegin zu, auch dann, wenn ich etwas für sie erledigt habe oder ich für etwas zuständig bin. Z. B. kam einer der Chefs auf uns zu und bat um eine Erledigung. Ich habe angeboten, es zu übernehmen (was ich dann auch getan habe) und 2 Stunden später fragt der Chef die Kollegin, ob sie es schon erledigt hätte, und lässt mich links liegen. Das Problem ist, dass das kein Einzelfall ist, sondern es passiert regelmäßig. Das alles ärgert mich sehr, denn ich fühle mich wie eine Dekoration, die man sich hinstellt um da zu sein. Und während ich am Anfang noch ganz locker gedacht habe "Ach, das ist vielleicht die Macht der Gewohnheit, weil sie die Kollegin kennen und mich noch nicht", könnte ich inzwischen jedes Mal explodieren. Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass man mir nichts zutraut, weiß aber nicht, wieso. Meine Referenzen meiner alten Jobs sind alle gut. Es ist auch so, dass meine Kollegin mich total bemuttert, sie mich dauernd fragt, ob ich mit meinen Aufgaben klarkomme (ich habe schon einige Jahre Berufserfahrung im selben Unternehmen) und mich damit in Anwesenheit anderer wie eine Anfängerin dastehen lässt, die nichts alleine kann. Und gleichzeitig erzählt sie mir, wie unglaublich überlastet sie ist. Wenn ich anbiete, etwas abzunehmen, oder frage, ob ich etwas für die tun kann, gibt es allerdings immer nichts, was ich machen kann. Es ist bereits 50% meiner Einsatzzeit hier verstrichen und fühle mich wie eine Praktikantin. Ob ich da bin oder nicht macht keinen spürbaren Unterschied für mich.

Jetzt fragt sich der ein oder andere vielleicht, wieso ich nicht mal mit dem für mich zuständigen Chef spreche. Es ist so, dass ich hier ja eine Mutterschutzvertretung mache. Die besagte Kollegin kommt wieder und teilt sich die Stelle dann mit einer weiteren Teilzeitkollegin, die dafür extra eingestellt wird und auch schon den Vertrag hat. Ich will nicht, dass es am Ende heißen könnte, durch mein Ansprechen z. B. meiner Arbeitsauslastung hätte ich eine der beiden Teilzeitstellen gefährdet oder wegrationalisiert und und und. Ich will da auf keinen Fall etwas gefährden. Mit der Kollegin habe ich versucht zu sprechen, allerdings ist sie komplett von sich überzeugt und davon, dass sie alles genau richtig macht und ihre Auffassung der Dinge korrekt ist. Da komme ich also leider auch nicht weiter. Ich glaube auch tatsächlich, sie meint es nicht böse, sondern glaubt eben wirklich, dass das alles ganz klasse und der einzig richtige Weg ist.

Ich quäle mich schon seit Wochen damit rum, aber ich kam immer zu dem Schluss, dass ich durchhalten werde und keine Welle lostreten werde, da ich nach meinem Höllenjob vorher nicht wieder in irgendwelche Konfrontationen geraten will. Außerdem habe ich Angst, dass es dann heißt "Die Frau zauberperle, mit der hat man nur Ärger". Mein Ruf ist jetzt schon etwas dahin, weil ich in der alten Abteilung gewagt habe, etwas zu sagen. Bisher habe ich mich mit dem Gedanken dass mein Einsatz hier begrenzt ist über Wasser gehalten. Aber das fällt mir von Tag zu Tag schwerer.

Jetzt, wo es raus ist, geht es mir schon etwas besser. Ganz liebe Grüße und Danke fürs Lesen!
zauberperle
 
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