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Kündigung auf den Tisch
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Etoblau  Krone Krone Krone27.08.15, 09:31, Beiträge: 9050
Tina, lass den Anwalt machen. Die genannte Summe ist nicht das, was Du letztendlich bekommst. Aber bei einer Einigung wird mehr für Dich herauskommen als das, was Dein Chef Dir freiwillig angeboten hat. Dein Joker sind die Aufzeichnungen zu Deiner "Behandlung" durch den Chef - wenn Dein Anwalt das geschickt in einem Nebensatz platziert und ihm klar macht, dass er froh sein kann, wenn Du nicht noch Schmerzensgeld forderst, dann wird er sehr schnell einigungsbereit sein.
 
tina-c  26.08.15, 17:09, Beiträge: 244
Puh ... der Anwalt fordert an Abfindung und Gewinnbeteiligung etwas über 15000 eur ... da musste ich sogar schlucken ...
Mein Chef hat sich jetzt auch einen Anwalt genommen, den ich sogar kenne. Den nimmt er immer, wenn er Leute kündigt.
Ich hab mich auch schon schlau gemacht, selbst wenn Chef nicht bereit ist zu zahlen und es zum Termin kommt. Im Zweifelsfall wird das Gericht sagen, er muss zahlen und das Arbeitsverhältnis per Beschluss oder Urteil auflösen wegen unzumutbarer Härte ... ich hab ja noch den Bore-out und Mobbing durch Chef-Joker, also psych Erkrankung durch Job. Davon weiss ja mein Chef nichts, der dachte immer wenn ich fehlte, ich hab Rücken ....
 
Etoblau  Krone Krone Krone26.08.15, 09:43, Beiträge: 9050
Siehste - da ist mehr drin, hab ich doch gesagt.
Ich drück die Daumen. Und auch wenn Du zeitnah eine andere Anstellung findest, steht Dir die Abfindung in voller Höhe zu.
 
Oups  Krone26.08.15, 08:18, Beiträge: 1769
ThumbsUp
Ich drücke dir die Daumen. Und viel Erfolg bei der Suche.
 
tina-c  25.08.15, 18:04, Beiträge: 244
@Etoblau ... nein, von Postensuchtagen hab ich noch nicht gehört, aber ich kann jederzeit zu Vorstellungsgesprächen gehen, das hat mir die Personalabt zugesagt.

Der Anwalt hat sich heute gemeldet, er schlägt eine höhere Abfindung vor und die sofortige Freistellung sowie ein überdurchschnittliches Zeugnis. Das Zeugnis schreibt ER vor ... Bzgl der Gewinnbeteiligung sagt er, gäbe es keine Rechtsgrundlage, diese nicht zu zahlen. Wird er auch so weitergeben. Ich war damit erstmal einverstanden. Mal sehen, wo wir enden ....
 
Etoblau  Krone Krone Krone24.08.15, 14:01, Beiträge: 9050
Hat Dich der Anwalt auf die sog. Postensuchtage hingewiesen? Im Falle einer AG-seitigen Kündigung ist der AG verpflichtet, Dir 1/5 Deiner wöchentlichen Arbeitszeit als Freizeit zu gewähren, damit Du Dir einen neuen Job suchen kannst. Dies musst Du aber beim AG verlangen.
Ein wenig schleierhaft ist mir, warum er nicht erst einmal mehr als Abfindung ansetzt als das "übliche" halbe Bruttogehalt. Würde der AG Dich weiter beschäftigen müssen, entstehen ihm wesentlich höhere Kosten, auf dieser Basis muss sich der Abfindungsanpsruch bewegen. Mal ganz abgesehen von Deinem Anspruch auf die Bonuszahlung. Dein AG muss erst mal einen ordentlichen Schrecken kriegen, wenn er die Forderung des Anwalts sieht, dann lässt er sich im Gütetermin viel eher auf eine für Dich verträgliche Einigung ein.
 
Letzte Änderung: 24.08.15, 14:02
tina-c  24.08.15, 12:42, Beiträge: 244
Huhu,

also bei den Jahren hab ich mich falsch ausgedrückt. Ich arbeite in der jetzigen Firma seit Nov 2011. Hatte den Chef aber schon in der alten Firma, daher kam ich auf die 9 Jahre.
Ich war natürlich gleich nach der Kündigung beim Anwalt, hab schließlich ne Rechtsschutzversicherung dafür. Der sagte, laut Gesetz stehen mir 0,5 Gehälter pro Jahr zu. Aber er meinte, mir würde noch die Gewinnbeteiligung zustehen. Das war für 2012 ein ganzes Gehalt und für 2013 ein dreiviertel Gehalt ... Das Abfindungsangebot hab ich auch bisher nur mündlich von der Perso am Freitag per Telefon erhalten.

Etoblau: § 10 KSchG trifft leider auf mich nicht zu, weil ich erst im März 50 werde ....
Wenn das Gericht entscheidet, dass eine Rückkehr unzumutbar wäre aufgrund meiner durch die Arbeit entstandenen gesundheitlichen Probleme, könnte es eine Abfindung erhöhen und das Arbeitsverhältnis aufheben. Aber bei Aufhebung wäre ich vermutlich gesperrt beim Arbeitsamt für 3 Monate. Da brächte mir die Abfindung dann auch nichts. Aber ich bin hier kein Fachmann ...
 
Letzte Änderung: 24.08.15, 13:23
Oups  Krone24.08.15, 11:44, Beiträge: 1769
Nicht, dass wir uns falsch verstehen. In diesem Fall rate ich auf jeden Fall dazu, einen Anwalt einzuschalten. Ich versuchte nur darzulegen, dass die angebotene Abfindung definitiv zu niedrig ist.
 
Etoblau  Krone Krone Krone24.08.15, 10:49, Beiträge: 9050
Für alle, die es interessiert: Die Kündigungsfristen und -voraussetzungen werden im BGB (ab §620) geregelt, Einzelheiten findet man im Kündigungsschutzgesetz, die Mitbestimmung des BR regelt das Betriebsverfassungsgesetz - mal ganz grob gesagt.
 
Etoblau  Krone Krone Krone24.08.15, 10:43, Beiträge: 9050
Oups, ein guter Anwalt holt immer mehr raus - die Betriebszugehörigkeit spielt eine Rolle, außerdem die Kosten, die der AG spart, wenn der AN sich auf einen Vergleich einlässt etc. Außerdem spielt eine Abfindung nur dann eine Rolle, wenn die Kündigung betriebsbedingt erfolgt. Was Du meinst, steht in § 1a, Abs. 2, Satz 3 des KSchG. §10 KschG ist viel interessanter...
Außerdem, liebe Tina, gilt für Dich nach 9 Jahren Betriebszugehörigkeit eine längere (gesetzliche) Kündigungsfrist als 3 Monate, auch wenn das im Vertrag so vereinbart ist. Da ich aber keine Rechtsberatung mache(n darf), lass Dich bitte von Deinem Anwalt beraten. Und glaub nicht, dass Du was sparst, wenn Du Dir keinen Anwalt nimmst, allein kriegst Du das nicht durch.
 
Oups  Krone24.08.15, 10:13, Beiträge: 1769
Hast du mal ins Kündigungsschutzgesetz gesehen. Ich habe da was von 0,5 Bruttogehalt mal die Arbeitsjahre im Gedächtnis. Bin mir aber nicht sicher, ob das auf dich zutrifft.
 
Etoblau  Krone Krone Krone24.08.15, 09:53, Beiträge: 9050
Ach so: Wenn Du auf Wiedereinstellung klagst, solltest Du das Angebot zur Freistellung nicht annehmen. Geh wieier hin, ggf. reichst Du eine Krankschreibung ein.
 
Etoblau  Krone Krone Krone24.08.15, 09:52, Beiträge: 9050
Ich glaube, Du hattest mal erwähnt, dass Ihr keinen Betriebsrat habe, denn der hätte zu der Kündigung ordnungsgemäß angehört werden müssen. Ist er das nicht, ist die Kündigung unwirksam.
Geh bitte SOFORT zu einem Fachanwalt für Arbeitsrecht und lege ihm die Kündigung sowie das Abfindungsangebot vor. Unter den gegebenen Umständen habe ich aber so leise das Gefühl, dass da mehr drin ist als die sogenannte "Regelabfindung", denn so ganz ohne Begründung, ohne vorherige Abmahnung, ohne betriebsbedingte Gründe ist es ganz schön schwierig, ordentlich zu kündigen.
Zur "menschlichen" Seite: was hast Du erwartet? Schade, dass Du so perplex warst, als er meinte, es sei nicht Dein Tag heute. Denn wenn Du es mit dem richtigen Anwalt angehst, dann wird er den Tag noch lange bereuen, nicht Du. Und ich glaube, mir wären einige Kommentare für ihn eingefallen, die ihn zumindest zum Nachdenken gebracht haben. Hak das Ganze ab und sieh zu, dass Du das Bestmögliche für Dich da raus holst, und zwar ebenfalls unter Vermeidung falscher Anteilnahme.
 
Lobilus  Krone24.08.15, 08:48, Beiträge: 1442
Tina, was bleibt einem da anderes zu sagen als... Herzlichen Glückwunsch! Ich hoffe, du lässt dich von einem Fachanwalt beraten.

Und nun, genieß die freien Tage. Das Wetter soll angeblich bald besser werden :o)
 
tina-c  23.08.15, 21:28, Beiträge: 244
Huhu ihr Lieben,

wollte mich nur mal kurz melden. Ihr kennt ja mein "tolles" Arbeitsleben schon etwas.

Am 31.07. hab ich die Kündigung erhalten ... ohne Angabe von Gründen. Die Aktion dauerte 5 Min ... Chef legte sie mir hin, sagte, ob ich dagegen vorgehen möchte, müsse ich selbst wissen, wenn ich vor Ablauf der Kündigungsfrist (3 Monate) etwas finde, können wir uns einigen und verließ das Büro mit den Worten "Ist wohl nicht ihr Tag heute" ... Ich saß da erstmal sprachlos ! 9 Jahre Zusammenarbeit und dann sowas ! Mit jedem Probezeitler, den er gekündigt hat, hat er mehr gesprochen.

Der Schock ist überwunden, nur die menschliche Enttäuschung nagt noch. Wie oft hab ich mir gewünscht, gekündigt zu werden damit der Psychoterror ein Ende hat? Und ob ihr es glaubt oder nicht, ich habe seit dem Auszug meines Chefs aus dem Büro null Rückenprobleme mehr. 2 Jahre bin ich durchweg in Behandlung und auf einen Schlag ist alles weg. Was die Psyche nicht so mit einem anstellt !

Ich musste natürlich Kündigungsschutzklage einreichen, da es weder Abmahnungen noch jemals Gespräche über Unzufriedenheit gab und keine Begründung in der Kündigung stand. Freitag erhielt ich das Angebot über eine Abfindung von 2 Bruttogehältern (1/2 Gehalt pro Jahr Zugehörigkeit) und sofortige Freistellung für die 2 Restmonate. Die vertraglich vereinbarte Gewinnbeteiligung für das letzte Jahr steht mir angeblich nicht zu.

Gibt es Profis unter euch, die noch Tips haben?

Es gibt aber auch Positives: hatte letzte Woche 3 Vorstellungsgespräche und hab übernächste Woche noch 2 Folgetermine und bewerbe mich weiter. Bin also guter Hoffnung, aber das Wichtigste ist: der Schrecken hat ein Ende !

LG Tina
 
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