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Schwangerschaft doch kein Karriereknick?
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Banu  07.01.16, 13:57, Beiträge: 22
Da musste ich jetzt erst Mal nach Bildern schauen, das ist ja auch eine hübsche Rasse. Ich drück euch Daumen, dass sich das positiv entwickelt.

Unser Mali-Mädchen geht eigentlich, ich hab es mir schlimmer vorgestellt. ;-) Eine Herausforderung war es ganz am Anfang, sie war nicht ohne Grund im Tierheim gelandet, es gab beim Vorbesitzer wohl Beißattacken. Bei uns war schnell klar, wer "Chef im Ring" ist und das jetzige gegenseitige Vertrauen haben wir uns hart erarbeitet. Für mich war es der allererste Hund in meinem Leben, ich musste mindestens genauso viel lernen wie der Hund. Mein Mann hat sehr viel Hundeerfahrung, hat unter anderem Rettungshunde ausgebildet und geführt, deswegen klappte das aber alles sehr gut. Sie hat noch nie absichtlich irgendwas zerstört oder angestellt. Wir lasten sie mit Dummy- und Apportiertraining aus damit das Köpfchen was zu tun hat.
 
tine0815  07.01.16, 11:36, Beiträge: 38
Es wird ein Wachtelhund, eine rote Hündin.
Recht leichtführig, was für mich auch ein Kriterium war. Wir hatten sehr viel Glück mit unserer Bracke, es gibt aber auch wahre "Baracken", wie ich sie immer nenne.
Und groß geworden bin ich mit Weimaranern, auch kein Zuckerschlecken.;-)
Bei den Wachteln hat man durch die enge Züchtung leider öfters physische Wehwehchen, Neurodermitis und Nierenprobleme. Ich hoffe, davon bleiben wir verschont.
Oh, ein Malinois, auch als Mix, ist aber auch eine Herausforderung, oder?
 
Banu  07.01.16, 10:48, Beiträge: 22
Zitat:
Original geschrieben von tine0815
Ich denke, es ist eine Sache der Einstellung und Erfahrung!


Ich nehm alles zurück. :-) Wer eine Bracke ausbilden und führen kann, kann auch einen Welpen und ein Neugeborenes gleichzeitig groß ziehen. Und das meine ich jetzt absolut ernst und nicht ironisch.
Aber für einen Aussenstehenden las sich das Vorhaben erstmal gefährlich "leichtsinnig", ich denke Du verstehst was ich meine. Und jetzt bin ich neugierig - welche Hunderasse wird es denn werden? Ich habe selber zwei Hunde, einmal ein knapp 7-jähriges Malinois-Mix-Mädchen aus dem Tierheim und seit letzten Jahr einen Duck Tolling Retriever, der ist als Welpe bei uns eingezogen. Wir hatten uns vorher viele Gedanken wegen des Welpen gemacht und uns war bewusst, dass das richtig anstrengend wird - und trotzdem gab es Phasen, in denen ich fix und fertig vor Erschöpfung war. Und ich war die ersten Monate der Welpenzeit komplett zu Hause, ohne Job. Aber so akuter Schlafmangel macht halt fertig.
 
tine0815  07.01.16, 10:26, Beiträge: 38
BV wurde ohne weiteres ausgestellt. Bin menschlich noch sehr geknickt, sehe aber zusehens das positive.
Werde mich zusätzlich noch kurz von einem Anwalt für Arbeitsrecht beraten lassen, dass ich jetzt immer hundert prozentig für mich auf der sicheren Seite bin.

Unsere Kleine wird den weiblichen Namen meines verstorbenen Vaters bekommen. Habe das schon früher immer gesagt, aber nie gedacht, dass es jetzt wirklich so ist, dass uns auch gar kein anderer Name mehr gefällt.;-)

Den Hinweis mit dem Welpen höre ich- bei Leuten die uns nicht kennen- öfters, und finde es in der heutigen Zeit auch gut, dass man darauf hinweist. Wir sind allerdings beide mit Hunden groß geworden, unsere fünfjährige Bracke mussten wir aufgrund von Epilespie vor einem Jahr einschläfern.
Wir sind beide Jäger und ich aktiv in der Jagdhundeausbildung. Die Prägephase der Bracke und deren "Kinderzeit" konnten wir gut in das Studium meines Mannes integrieren, nach ihrem Tod hätte es aber beruflich nicht geklappt mit einem Hund.
Jetzt ist natürlich auch das Baby als Aufgabe da, und ich sehe es durchaus nicht als "mal eben" an.
Aber Freunde von uns haben- und das für alle Beteiligten sehr gut- auch 3. Kind und 3. Hund geschafft, und das auch bei gut ausgebildeten Jagdgebrauchshunden- und gut erzogenen Kindern:-)
Ich denke, es ist eine Sache der Einstellung und Erfahrung!
Ich habe während meines Jobs auch schon einen Wildschweinfrischling großgezogen (allerdings beim vorherigen AG), ein halbes Jahr, inkl. nachts alle zwei Stunden Milch am Anfang. Flexible Alltagslösungen und Schlafmangel bekomm ich ganz gut hin.;-)
Wobei ich mein kleines Bauchmonster jetzt natürlich auf keinen Fall damit vergleichen möchte, bitte nicht falsch verstehen!
 
Banu  07.01.16, 09:19, Beiträge: 22
Ich entschuldige mich vorab schon für meine harschen Worte, aber wenn ich das so lese kann ich die Finger nicht still halten.
Was muss noch passieren, damit Du endlich lernst, dass Du deinem Arbeitgeber nichts wert bist und Du nur ok bist, wenn Du zu 100% funktionierst? Wach bitte auf, bevor es zu spät ist.
Deinen Arbeitgeber kümmert es einen Sch*** (Entschuldigung), wie es Dir geht. Warum um Himmels Willen machst Du dir einen Kopf, wie es dort weitergeht? Das ist verlorene Liebesmüh, es wird keiner honorieren.
Lass Dir endlich von Deinem Gyn ein BV ausschreiben und halte Dich dran - das heißt im Klartext auch kein "ich bin im Homeoffice erreichbar". So aus der Erfahrung und der Realität gesprochen: die Firma läuft weiter, die kommen auch ohne Dich klar. Es wird zwar das ein oder andere Mal etwas ruckeln, aber das kann Dir so richtig egal sein.

Und dann erlaube ich mir noch eine Anmerkung zu dem was ich gelesen habe bezügl. eventuell einen Hundewelpen vor der Geburt noch aufnehmen. Ich habe zwar keine Erfahrung im Kinder groß ziehen, habe aber das mit dem Welpen gerade hinter mir.
Überlegt euch das wirklich, wirklich gut. Der Zeitpunkt ist ziemlich unpassend gewählt. Nicht weil sich Hund und Baby nicht vertragen oder es hygienische Bedenken gibt. Aber so ein Hundebaby ist mindestens genau so pflegebedürftig und arbeitsintensiv wie ein Menschenbaby. Der Welpe muss nachts mehrfach raus, er muss erzogen werden und zwar stetig und konsequent. Und eigentlich kann man so einen kleinen Vierbeiner am Anfang selten unbeaufsichtigt lassen. Im allerschlimmsten Fall macht ihr nach der Geburt die Nächte einfach durch, weil wechselweise der Hund raus möchte oder das Baby schreit. Und tagsüber sieht es unter Umständen nicht anders aus. Ich an eurer Stelle würde das mit dem Hundewelpen mindestens ein Jahr nach hinten schieben.
 
Oups  Krone07.01.16, 09:17, Beiträge: 1769
Hört sich für mich so an, als sei die liebe Kollegin geschickt worden. Das war aber ein gewaltiger Schuss vor den Bug, oder? Vielleicht hat das aber auch was Gutes und du kannst dich ab jetzt besser auf dich und deine Schwangerschaft konzentrieren.
So ganz kann ich das mit dem Hundewelpen nicht verstehen. Glaubst du denn, dass du auch noch Zeit für einen Hund hast? Mal abgesehen von dem Baby. Wenn dann noch die Arbeit wieder dazu kommt. Muss man mit denen nicht wenigsten mal 2 mal am Tag spazieren gehen? Je nach Rasse? Also, ich weiß nicht. Meins wäre das nicht.
 
ETCUR  07.01.16, 09:09, Beiträge: 163
Aber...
die Hoffnung stirbt zuletzt, nicht wahr?

Mensch, Tine im Moment kriegst du es ja von allen Seiten um die Ohren gehauen! Fühl dich mal geknuddelt. Am besten du konzentrierst dich jetzt auf die "positiven" Menschen und Situationen in deinem Leben.
Und hast du und dein Mann schon einen Namen für das Würmchen gefunden?

Alles Liebe ETCUR
 
Letzte Änderung: 07.01.16, 09:10
tine0815  06.01.16, 20:36, Beiträge: 38
@ Etoblau: Meine Mutter ist ein sehr, sehr sprunghafter und unsicherer Mensch. Und im Grunde überträgt sie das auf mich oder hat ein Problem damit, wenn ich versuche, mein Leben selbstbewusster zu gestalten.
Eigentlich sollte es durch diese Erkenntnis (wenigstens die habe ich schonmal) einfach sein, sich abzunabeln...Aber...
 
tine0815  06.01.16, 20:22, Beiträge: 38
Tja, meine Damen...
Again some news...

Eine sehr liebe Kollegin war heute nachmittag hier, auch aus der Führungsebene, die sich auch immer für alle den Allerwertesten aufreißt, somit meine Erfahrungen kennt (und lustigerweise aber gut auf den Job verzichten könnte, finanziell gesehen). Sie ist auch der Typ, der sich immer um alle kümmert, ganz nebenbei, dass sie auch zu einer guten Freundin für mich geworden ist.

Sie bekam in den letzten zwei Tagen, da sie eng mit dem GF arbeitet, einige Schwingungen mit und hat dann den Verwaltungsleiter darauf angesprochen, was los ist. Er druckste erst herum (kenne ich ja) und sagte dann, dass man mich im BV sehen möchte.
Ich sei so zu unkalkulierbar, wenn ich wiederkäme, wäre ich dann auf einmal wieder weg, und so könnten sie jemanden fest auf meinen Platz setzen- und müssen mich nicht aus ihrem Pool bezahlen.
Die Lösung einer externen Kraft ist wohl auch vom Tisch, es soll nun doch wieder über eine interne KRaft aus einer anderen Betriebsstätte/ unserem Schreibpool geregelt werden.
Und der VL hat dann auch noch gesagt, dass ich ja auch immer alles so eng sehen würde, wenn ich Urlaub machen würde, alles so exakt aufschreiben würde, etc. Hallo?! Ob ich das wohl gemacht habe, weil ich nie eine richtige Vertretung hatte, die Kolleginnen immer aus fremden Bereichen kamen und es dann hinterher hieß: "Tja, hat Frau X das denn nicht übergeben?!"

ICh war zunächst ziemlich geschockt, was meine liebe Kollegin auch verstand, weil sie eben auch so "motiviert" ist wie ich. Aber sie sieht es, da sie auch um einiges älter ist als ich, auch differenzierter und sagt, dass es im Grunde das beste ist, was mir passieren kann. Ihr Mann ist auch Gynäkologe und auch er sagt, dass alleine schon der Stress Grund für ein BV sei.

Nichts desto trotz bin ich menschlich einfach nur total enttäuscht.
Wenn sie heute nicht gekommen wäre, wie hätte ich es erfahren? Ich will gar nicht dran denken. Der GF hat wohl gesagt, ich könne wiederkommen, dann aber nicht mehr ins Sekretariat sondern wohin, wo ich keinerlei Stress ausgeliefert sei.
Ja, er wird das auch zum Teil in meinem Sinne sehen, aber die finanzielle Seite wird da gerade der Hauptgrund sein. Und an seine eigene Aussage, ich solle mich doch mal krank schreiben lassen, kann er sich sicher nicht mehr erinnern ( in anderen Bereichen schon bei ihm erlebt, ich erkenne immer mehr: warum sollte ich die Ausnahme sein?)

Ich lasse mir jetzt erstmal ein Bad ein, telefoniere morgen mit meinem Gyn und dann sehen wir weiter. Wie ich dann noch den Kontakt zum AG suche, weiß ich noch nicht. Meine Kollegin will Sorge tragen, dass der GF mich anruft, das sei er mir schuldig, sagt sie.
Auch, damit er und ich erst einmal einen Abschluss haben.
Ich weiß aber nicht, ob das noch ein Festhalten an einer kollegialen Beziehung ist, die es so nie gab. Er hat sich wohl auch öfters mal gewundert, warum ich mit Migräne (vor der SS) ausgefallen bin etc. bei wir wieder beim Thema sind, dass nur das schlechte gesehen wird. Dass ich jeden Abend bis 18.00 dort saß und nur Mittagspause machen konnte, wenn ich das Telefon auf mein Handy umstellte, das sieht er nicht.
Ich hätte schon viel früher meine Pflöcke einrammen sollen. Aber ich war frisch da, wollte es richtig machen, und ohne diesen Einsatz wäre es nicht gegangen, da ich von Anfang an Einzelkämpferin war.
Im Grund kann ich das jetzt nur als Abschluss dieser Episode und als Lehrgeld sehen.
 
Jannie  06.01.16, 17:43, Beiträge: 343
Ach Tine! Was soll man dazu noch sagen/schreiben?
Also was Pan geschrieben hat ("Du spinnst") hat meine Gedanken, als ich deine Posts gelesen habe, genau getroffen. Sorry, aber dein Verhalten dir selbst und deinen Kind gegenüber sehr fraglich! Lass die Fa. doch endlich mal Fa. sein! Mensch, ey! Ganz ehrlich: Das kann man sich ja schon gar nicht mehr trauen überhaupt zu lesen. "Nach mir die Sintflut" . Das ist einfach nicht mehr dein Bier! So halte ich es jetzt bei der 2. Schwangerschaft auch. Mache mir keine Gedanken mehr wie und ob es dann hier läuft...
 
Etoblau  Krone Krone Krone06.01.16, 15:04, Beiträge: 9050
Ach Tine, kann es sein, dass Du viel zu viel Rücksicht auf Deine Mitmenschen nimmst und auf Dich zu wenig??? Schieß die Hebammen-"Freundin" ab und such Dir jemanden, dem Du vertrauen kannst, ohne Vorgeschichte und ohne Ressentiments.
Du hast ja selbst schon festgestellt, dass Du Dich von Deiner Mutter abnabeln, sie neutraler sehen musst. Ich habe das hinter mir seit knapp 30 Jahren, aber es war kein einfacher Prozess, den ich ohne meinen Mann nicht geschafft hätte. Mütter, die sich selbst als stark sehen, trichtern ihren Töchtern gerne ein, dass nur sie - also die Mütter - beurteilen können, was gut und was schlecht ist. Und wir wachsen da hinein und nehmen es hin, rechtfertigen uns, wo ein Achselzucken reichen würde, lassen uns beständig in unser Leben reinreden und versuchen auf Teufel komm raus, den offenen Konflikt zu vermeiden, der letztendlich weniger schlimm wäre als das jahrelange Zurückstecken und das ewige Zähneknirschen. Versuch's doch einfach mal, sag bei der nächsten übergriffigen Einmischung Deiner Mutter laut und deutlich "es interessiert mich nicht, wie Du das siehst" und warte die Schnappatmung und den Moment der Stille ab, die dann folgen. Wenn Du dem Klönthread folgst, dann weißt Du, dass meine Mutter inzwischen sehr, sehr alt ist und ich mich um sie kümmere. Das würde mir emotional sehr viel schwerer fallen, hätte ich den (gesunden) Abnabelungsprozess nicht schon lange hinter mich gebracht. Deine Mutter braucht jemanden, dem sie Vorschriften machen kann, der sie bewundert und ihr den Rücken stärkt. Sie beweist damit in meinen Augen keineswegs Stärke. Wäre sie eine starke Frau, würde sie Dich Deinen Weg wählen und gehen lassen, Dir zur Seite stehen, wenn Du sie brauchst, aber ohne Vorschriften und Vorwürfe.
Denk mal darüber nach...
 
Letzte Änderung: 06.01.16, 15:05
tine0815  06.01.16, 14:06, Beiträge: 38
Und noch zu meiner Mutter: Das für sich sorgen und die Anerkennung ist genau ihr Thema. Sie hat viel Unterstützung, auch privat, von ihrem Chef erhalten.
Und sie hat sich aber auch immer über den Job definiert, weil es durchaus ein repräsentatives Unternehmen ist und ihre Position durchaus einen gewissen "mondänen" Touch hat.
So war es ihr zum Beispiel allen Ernstes wichtig, was ihr Chef über ihren neuen Lebensgefährten sagt, den sie nach dem Tod meines Vaters kennenlernte. Sie war sich bei ihm stets unsicher, aber dann: Alles super.
Im Grund sind das alles Aspekte, die mir zeigen sollten, dass ich bei ihren sprunghaften Aussagen auf Durchzug stellen sollte: Aber ich schaffe es einfach (noch) nicht, ich hoffe, dass es besser wird, wenn das Kind da ist und ich mich mehr auf mich und meine kleine Familie konzentrieren muss.
 
Letzte Änderung: 06.01.16, 14:07
tine0815  06.01.16, 14:01, Beiträge: 38
Ich muss dazu sagen, dass auch der Gyn die Vorwehen als nicht gefährlich erachtet, derzeit, sondern als Training. Aber er weiß um die berufliche Situation, und ist halt spätestens hellhörig geworden, als klar war, dass das Muschutz Gesetz nicht eingehalten wird. Zumal es gerade für den Sektor meines Betriebes ein Unding ist, dies nicht zu tun. (Näheres kann ich leider nicht schreiben, siehe Anonymität). Die Blutungen hatte ich nur am Anfang der SS, aber es ist mehr als deutlich, wie gut mir eigentlich die Auszeit jetzt tut. Ich habe viel und oft Migräne und Schwindel, und kann mir den Tag jetzt halt eintakten. Wenn es nicht geht, lege ich mich hin, oder wenn ich nachts nicht schlafen konnte (Kick it like Beckham, sage ich nur :-) ), dann kann ich morgens eben länger liegen bleiben.
Psychologisch betrachtet ist meine Mutter und deren Erziehung das größte Problem, denke ich.
Ich weiß schon lange, dass ich mich davon lösen muss, aber dennoch ist mir ihr Urteil immer noch wichtig, bzw. tangiert mich.
Auf der einen Seite kann sie sich ein gewissen Urteil erlauben, denn sie war nie Hausfrau, sondern immer berufstätig, war nach meiner Geburt nur 10 Wochen zuhause und eben auch immer im Sekretariatsbereich tätig. Zum Schuss als GF Sekr. des Markting-GFs eines großen Konsumherstellers, bei dem ich auch mein duales Studium gemacht habe. Sie hat sich, auch in anderen Eben, immer in Vergleiche mit mir begeben. (Wobei ich auch bei ihr die Erziehung als Grund ansehe, auch sie war stets über ein normales Maß vom Zuspruch ihres Elternhauses abhängig und konnte nie Entscheidungen alleine treffen)
Es war schon immer ein Problem für sie, zu erkennen, dass sich auch das Sekretariat geändert hat und z.b. ich konkret nun im Grunde als Assistenz viel umfassendere Aufgaben habe. Es ist nicht so, dass sie in ihrem Beruf nicht mit der Zeit gegangen ist, aber sie hatte, gerade zum Schluss, einen sehr fairen Chef, der ihre Loyalität am meisten schätzte. Viele fachliche Dinge (Power Point etc.) wurden dann auf andere Kollegen aus den Fachbereichen ausgegliedert.
Aber sie sieht sich immer als Maßstab. Sie hat sich durchaus auch schon Sorgen um mich gemacht, wenn sie hörte, wie lange ich arbeitete etc. Auch schon vor der SS. Aber das ist stets von ihrer Tagesform abhängig. Dazu kommt, dass sie halt null Kenntnisse über die aktuellen Gesetze bei Mutterschutz, Elternzeit und Rückkehr aus letzterer hat, dies aber trotzdem stets beurteilen will. Auch andere, vollkommen konträre Aussagen gab es von ihr, ich solle doch zwei Jahre EZ nehmen, wenn es finanziell ginge. Ich musste ihr dann erklären, dass man aber nur für ein Jahr Elterngeld erhält, sowas ist ihr alles nicht bewusst. Muss es ihr auch nicht sein, aber dann muss sie aber auch nicht jedes Detail bewerten und sich einmischen.
Zumal es zwei Tage später wieder heißt: "Aber Kind, du willst doch auch wieder da anfangen". Argumente, dass ich einen tariflichen Vertrag habe, in welchem meine Stelle sogar fest beschrieben ist und ich auf diese ein Anrecht habe, hört sie sich dann glaube ich gar nicht an. "Wenn sie dich loswerden wollen, schaffen sie das auch".
Ich muss mich glaube ich einfach noch mehr von ihr abnabeln. Das Problem ist, dass es mir dann auch wieder gut tut, wenn sie zu mir steht- aber umso schmerzlicher ist es, wenn die "Laune" wieder umschwenkt.

Mit meiner Hebamme muss ich mir in der Tat etwas einfallen lassen. Sie war auch schon in der Freundschaft ein sehr komplizierter Mensch, der aus Unsicherheit viel auf Konfrontation ging etc. Ich habe von einer anderen Freundin gehört, dass sie schon meint, ich solle sie nicht betreuen, weil ich sie nie etwas frage etc. Dabei habe ich schlichtweg keine Fragen, wenn, frage ich bei meinen Vorsorgeterminen nach und denke sonst, dass es einfach eine natürliche Sache ist, durch die schon ein paar mehr Frauen durch mussten.
Ich denke, auch da muss ich einfach abschalten lernen und mir nicht noch den Schuh anziehen, dass sie zufrieden ist. Das habe ich neulich schon geschafft, als ich ihr auf Nachfrage sagte, dass ich keinen Vorbereitungskurs machen wolle (ist einfach nicht mein Ding). Ich hatte schon überlegt, es ihr zuliebe zu machen, aber was soll das denn?
Auf jeden Fall werde ich es (das war aber auch schon vorher mein Plan), so handhaben, dass ich sie nicht auf Rufbereitschaft setze, ich nehme auch die Kollegin aus ihrer Praxis, wenn diese dann im KH Dienst hat oder genauso gut jede andere aus dem Team des Kreißsaals.
Schwierig wird es bei der Nachsorge, da wir z.B. vor Geburt vielleicht noch einen Hundewelpen bekommen und sie Hunde hasst. Sie schreibt in jeden Bericht von Müttern, bei denen Hunde im Haus sind, dass es ein Gefahrpotential für das Kind ist. Und wie mit so vielen Dingen ist das bei ihr Gesetz, sie sieht vieles schwarz oder weiß, dazwischen gibt es nichts.
Aber auch da denke ich mir: Ändere nicht die anderen, ändere dich. Da sie sich eh schon mehr und mehr aus unsere Clique verabschiedet hat, werde ich sie fachlich neutral sehen.
Und wenn es gar nicht geht, wechsel ich bei der Nachsorge noch zu ihrer Kollegin.
 
Oups  Krone06.01.16, 09:43, Beiträge: 1769
Habe ich das jetzt richtig verstanden, dass du von deiner Mutter und deiner Hebamme nicht unterstützt wirst, dass diese im Prinzip denken, dass du dich nur "anstellst"?
Sorry, aber da sprechen doch die Befunde des Frauenarztes doch wohl die bessere Sprache. Zwischenblutungen und Vorwehen! Ich denke, das reicht doch wohl. Und erst recht für dich. Also, schalte mal deine Gedanken an die Firma ab und lege dich hin. Ein Buch dazu und nichts weiter. Ich will mir gar keine Gedanken darüber machen, welche Vorwürfe du dir machst, sollte nachher mit dem Kind etwas sein.
Ich hoffe, wir haben dir jetzt hier genug den Kopf gewaschen. Wenn du noch mehr davon brauchst, melde dich einfach wieder und schreib auch nur irgendwas von "Firma". Dann platze ich. Echt.
 
Etoblau  Krone Krone Krone05.01.16, 17:03, Beiträge: 9050
Pan und Poki haben das geschrieben, was ich gedacht habe - man kann gar nicht drastisch genug darauf hinweisen, was Du da gerade riskierst. Und wenn Du - ich sag's jetzt auch mal ganz drastisch - Du Dein Kind entweder verloren oder nachhaltig geschädigt hast durch Dein Verhalten, dann musst Du Dich fragen, ob es das wert war.
Ich verstehe Dich ehrlich gesagt nicht. Wieso ist Dir die Verantwortung für einen Haufen Chaoten, der das noch nicht einmal honoriert, wichtiger als die Verantwortung für das Leben, das in Dir wächst? Wie willst Du Deinem Mann jemals wieder in die Augen schauen, wenn Du sehenden Auges das Leben auch seines Kindes riskierst?
 
Letzte Änderung: 05.01.16, 17:03
pandemonium  Krone Krone05.01.16, 16:17, Beiträge: 2379
Zitat:
Original geschrieben von tine0815
Ich bin sehr geknickt und würde am liebsten wieder arbeiten fahren.
Tine - ich sage es jetzt ganz deutlich und entschuldige mich schon mal für die harten Worte, die jetzt folgen: Du spinnst!!

Zwischenblutungen und Vorwehen darfst du nicht einfach ignorieren! Eine Freundin von mir hat ihr erstes Baby verloren; die würde am Rad drehen, wenn sie läse, was du hier von dir gibst. Jetzt ist zum Glück das zweite unterwegs, aber die würde sich sofort nur noch hinlegen, damit bloß nichts mehr schief geht.

Und such dir eine neue Hebamme, wie willst du dich bei der Geburt entspannen, wenn du ihr jetzt schon nicht mehr traust?!

Es gibt immer die, die machen und die, die mit sich machen lassen. Zu letzteren gehörst du. Ich wünsche dir, dass du nicht mit ganz bösen Erfahrungen dafür bezahlen musst.

Alles Liebe und viel Kraft für dich!
 
Pokerface  Krone Krone05.01.16, 15:32, Beiträge: 2137
Ist das Deine Firma Tine? Bist Du da Geschäftsführerin oder bekommst wenigstens soviel Gehalt wie einer? Und ist dieser ganze Aufwand den Du da betreibst das Leben Deines Kindes wert? Und glaubst Du, das die Leute recht haben, die solche Aussagen über Dich treffen? Glaubst Du, dass Deine Chefs die wahren Heilsbringer Deines Lebens sind?
Was glaubst Du?
 
Etoblau  Krone Krone Krone05.01.16, 14:47, Beiträge: 9050
Zitat:
Original geschrieben von tine0815
Ich bin noch nicht da angekommen, dass diese AU mir nun Erholung bringt.
Und weißt Du warum? Weil Du latent im Hinterköpfchen hast, dass Du blau machst, Dir die freie Zeit nicht zusteht. Da tun die oberschlauen Aussagen von Mutter und "Freundin" ihr Übriges... Beide haben keine Ahnung, welchen Stress Dein Job mit sich bringt, würden aber unter Garantie die ersten sein, die, sollte etwas mit Deinem Kind passieren, kopfschüttelnd vor Dir stehen und wieder Dir die Verantwortung dafür in die Schuhe schieben. Fazit: Sch*** drauf, was die sagen und horch in Dich hinein. Und ganz ehrlich: Wenn es Deine Chefs nicht für nötig befinden, sich bei Dir zu bedanken für Infos und Arbeiten, die Du während Deines Urlaubs erledigst, dann lass das doch bitte in Zukunft auch bleiben! Wenn Du jetzt, aus dem Krankenstand heraus, weiter arbeitest, dann signalisierst Du, dass alles halb so schlimm ist. Lass die Finger von den Arbeitsthemen und wenn Dich jemand aus dem Büro um etwas bittet, dann lehnst Du höflich, aber bestimmt ab oder reagierst gar nicht (so wie Deine Chefs... - das erfordert aber einen gewissen Grad an Abgebrühtheit) - es ist Dir schlicht und ergreifend aufgrund Deines Zustands zurzeit nicht möglich, etwas für die Firma zu tun.

Wenn ich mir das so ansehe, was Du schreibst, dann muss ich Dir leider sagen, dass Du noch nicht viel dazu gelernt hast. Du erwartest immer noch, dass man in der Firma Verständnis für Dich hat und Dir Deine Aufopferung anrechnet. Vergiss es, an Dich denken und für Dich sorgen kannst Du nur selbst.
 
tine0815  05.01.16, 13:01, Beiträge: 38
Hallo ihr Lieben,

ich melde mich mal mit einem neuen Status.
Habe mich jetzt nach dem Weihnachtsurlaub zwei Wochen krank schreiben lassen. Und bis mein robuster Gyn das macht, muss schon was passieren.
Es haben sich noch einige Dinge zugetragen, die ich leider nicht genau schildern kann, da sonst meine Anonymität verloren gehen könnte. Aber es war von der Nicht-Umsetzbarkeit des Überstundenabbaus bis hin zu skurillen privaten Erledigungen für Chef "Toll" (was ich übrigens eigentlich nicht zynisch meine) alles dabei. Bei letzterem hat mir mein Mann geholfen und es fand am gleichen Tag statt wir ein Vorsorgetermin. So habe ich meinen Mann, der eigentlich weiß, dass ich im Leben stehe, belastbar bin und meine Dinge größtenteils selbst regel, noch nicht erlebt. Zitat im Arztzimmer: "Wenn meine Frau nicht langsam kürzer tritt, werde ich einmal ihren Chef anrufen". Und ich wüsste, er hätte das getan. Sie kennen sich von einigen privaten Veranstaltungen und es ist ja auch echt skurill, dass mein Chef auf der einen Seite sogar ein BV für mich will, aber dann doch immer wieder solche stressigen Situationen hinauf beschwört. Aber es geht mir nicht alleine so, ich glaube, er hat einfach jegliches Gefühl dafür verloren, was die Mitarbeiter teils für Druck aushalten müssen, wenn er alles umwirft, Termine aufgrund Leistungsergebnissen einfordert etc.
Auf der einen Seite liegt ein sehr großer Druck auf ihm, den er im Gespräch auch anführte, und den er für Gift für mich und das Kind hält "Sie gefährden sich nicht mehr für diesen Chaosladen!".
Auf der anderen Seite kann er im Alltag dann auch nicht anders, als diesen Druck weiterzugeben.
Ich habe ihn die ersten Tage nach Festlegung des Übberstundenabbaus dann auch nicht hängen lassen, weil wir Gremiensitzungen vorbereiten mussten und das eben kein anderer so kann wie ich (was aber auch nur damit zu tun hat, das nicht einmal festgelegt wurde, dass sich das vielleicht mal wer bei mir anschaut, um jemanden im Backup zu haben. Was umso verrückter ist, das gerade diese Sitzungen immer das meiste Chaos verursachen und die Unterlagen immer formal 100%ig sein müssen) Das hat er mir hoch angerechnet.
Aber auch danach war der frühere Feierabend oder auch meine zwei Tage Urlaub Anfang Dezember immer mit Stress verbunden. Die Kollegin, die das Telefon übernehmen sollte, konnte das nicht immer. Dann sollte sie auf einmal doch auch die Urlaubsvertretung machen, hatte dann aber selber Urlaub. Ich sprach den Verwaltungsleiter darauf an, sofort wurde wieder gestöhnt, wie er das denn alles regeln sollte. (Was ich ja auch verstehe, aber ist die Alternative, dass ich keinen Urlaub nehme?)
Ich habe es dann also nur in den letzten 1,5 Wochen vor der Weihnachtswoche geschafft, früher zu gehen, und auch da war es meist 15:30/16:00. In der Zeit hatte ich starke Vorwehen, die zwar nicht wirksam auf den Muttermund waren, aber sehr schmerzhaft.
Während des Urlaubs habe ich dann eine Email an die GF und den Verwaltungsleiter geschickt, dass ich am 04.01. noch einmal zur Kontrolle müsse, aber mich erstmal nicht habe krankschreiben lassen, um den Abbau meines Resturlaubs nicht zu verhindern.
Keine Reaktion, kein Nachfragen nichts. Per Whatsapp habe ich meinem einem Chef noch dienstliche Infos zukommen lassen (Zeitungsartikel), auch da nichts. Ich vertraue zwar auf unser Gespräch und seine Aussage, er wollte ja selbst wie gesagt ein BV oder eine AU für mich, aber trotzdem hat mich das sehr verunsichert.
Vom Gyn aus habe ich dann direkt gestern eine Whatsapp gesendet, dass ich zwei Wochen AU sei, aber über das Homeoffice erreichbar und die Zeit auch nutzen würde, um zuhause einmal alle Arbeitsschritte aufzuzeichnen. Auch da kam nichts, noch nicht einmal ein frohes neues Jahr.
Ich bin sehr geknickt und würde am liebsten wieder arbeiten fahren. Es stellt sich zwar ein gewisser Trotz ein, aber schlussendlich grübel ich doch an mir selbst herum, dass ich doch kein Recht hätte so zu handeln. Sprüche meiner Mutter ("also in meiner Firma wärst du damit nicht durchgekommen") und sogar meiner Hebamme, die eine Freundin ist, was sich aber in letzter Zeit auseinander dividiert hat, tun ihr übriges. Letztere meint halt, dass ein Bürojob immer easy ist und meinte, ob ich denn einen unbefristeten Arbeitsvertrag habe, nicht, dass man mich kündigen könne wegen zuvielen Krankfeierns. (eine Woche mit dieser Erkältung im September, da wusste noch keiner, dass ich schwanger bin, und die Woche wegen der Bandscheibe im November habe ich ja sogar gar nicht ganz genommen, war nach zwei Tagen wieder da).
Ich nehme mir diese Aussagen zu Herzen und weiß gar nicht mehr, wo mir der Kopf steht. Hinzu kommen noch die Nebenkriegsschauplätze, meine Mutter ist nach einer Krebserkrankung psychisch sehr labil, dann eben das Thema mit der Hebamme generell (überlege zu wechseln).
Ich bin noch nicht da angekommen, dass diese AU mir nun Erholung bringt.
 
Monki  04.12.15, 13:07, Beiträge: 224
Sorry, wenn das jetzt zu deutlich ist, aber du hast jetzt vor allem die Verantwortung für das Baby (das kann sich bei dem ganzen Stress nicht wehren) und für dich. Wenn du den anderen gegenüber Rücksicht nimmst, geht das nicht nur auf deine Knochen, sondern auch - und vor allem - auf die des Zwergs.
Notbremse würde ich empfehlen.
Alles Gute!
 
Jannie  03.12.15, 12:01, Beiträge: 343
Tine ich verstehe ehrlich gesagt nicht, dass du das immer noch so mitmachst. Du weißt doch, es ist offensichtlich, dass in greifbarer Zukunft keine Entscheidung gefällt werden wird. Wie Banu schon geschrieben hat "Denn solange Du da bist wird sich nichts ändern, warum auch? Du funktionierst doch prima und alles läuft. Deine Chefs sehen gar keinen Grund, warum sie jetzt schon was tun sollen."

Hol dir endlich nen gelben Schein! Wird dir gut tun, dich mal zu 100 % um DICH zu kümmern statt um deinen Job/deine Chefs.
 
tine0815  02.12.15, 15:31, Beiträge: 38
Im Grunde habe ich mein Thema ja auch schon ausgeweitet.

Denn es geht hier eigentlich nicht mehr um die Schwangerschaft, sondern um eine Arbeitsmoral, die ich schon vorher hatte und die mir nun die Steine in den Weg legt.
Es sind halt alle daran gewohnt, dass ich es schon alleine regel und ihren Kram noch gleich mit mache
 
Banu  02.12.15, 14:32, Beiträge: 22
Zitat:
Original geschrieben von Etoblau
Diese Überrumpelung ist genau das, worauf die AGs beim AN hoffen. Die haben 'ne Menge Geld gespart...
Denn "das wird mir nicht passieren" hätte Banu vor der Kündigung garantiert auch noch im Brustton der Überzeugung gesagt...

Soll es ihnen gut tun, das gesparte Geld. Nachdem ich diesen "ich muss da nie wieder hin"-Moment hatte, ging es mir auch gesundheitlich besser, ich hatte wieder Lebensmut und konnte und wollte weitermachen. Ich habe mit meinem offiziellen Ausscheiden aus der Firma auch innerlich einen Haken an das Thema gemacht und nur noch nach vorne gesehen. Aber bis zu diesem Zeitpunkt hätte ich tatsächlich felsenfest behauptet, sowas passiert mir nicht.

Deswegen reagiere ich etwas heftig, wenn ich lese dass jemand so ausgenutzt wird. Engagement im Job ist schön und gut und definitiv auch notwendig. Aber nur, solange die Balance zwischen Privat und Beruf stimmt. :o)
Ich habe mir etwas über ein Jahr Auszeit gegönnt, mittlerweile arbeite ich seit August wieder. Nur noch 30 Std. / Woche, meine Chefin kennt meine Geschichte. Und auch sie ist ein gebranntes Kind was das Thema BurnOut betrifft.
 
Etoblau  Krone Krone Krone02.12.15, 14:23, Beiträge: 9050
Kannst auch ein eigenes Thema dazu aufmachen. Aber wenn Du nichts gemacht hast, dann ist es eh "gegessen". Diese Überrumpelung ist genau das, worauf die AGs beim AN hoffen. Die haben 'ne Menge Geld gespart...
Tine, hast Du Dir gerade einen Ruck gegeben und eingesehen, dass Du ausgenutzt wirst? Denn "das wird mir nicht passieren" hätte Banu vor der Kündigung garantiert auch noch im Brustton der Überzeugung gesagt...
 
Banu  02.12.15, 14:19, Beiträge: 22
Als ich die Kündigung damals aus dem Briefkasten geholt habe, war ich erstmal völlig schockiert und das Ganze hat mich in ein ziemliches Loch fallen lassen. Bis irgendwann die Erkenntnis dämmerte "ich muss da nie wieder hin". Ich hatte mir damals überlegt, ob ich zu einem RA gehe, aber mir fehlte schlichtweg die Kraft dafür.

Ich will Tines Thread hier jetzt nicht mit meinem Thema füllen - lass uns doch eventuell in den Klönthread umziehen?
 
Etoblau  Krone Krone Krone02.12.15, 14:06, Beiträge: 9050
Es ist aber ganz oft so, dass es kritisch gesehen wird, wenn man auf einmal nicht mehr dauernd an die Belastungsgrenze geht. Hast Du die Kündigung damals eigentlich mal Deinem Rechtsanwalt gegeben? Kündigungen während und gar wegen einer Erkrankung sind nicht so einfach durchzuziehen. Nicht, dass Du dort weiter hättest arbeiten sollen, aber eine ordentliche Abfindung hätte Deiner Seele und Deinem Konto gut getan.
 
Banu  02.12.15, 14:01, Beiträge: 22
Meine Geschichte ist tatsächlich ziemlich heftig, das wurde mir im Nachhinein auch bewusst.

Nicht dass es jetzt falsch rüberkommt - es gibt sicher genügend Arbeitgeber, die verantwortungsbewusst und vernünftig mit ihren Mitarbeitern umgehen. Nur das was ich über Tines Vorgesetzte bisher so gelesen habe, klingt nicht danach.
 
Etoblau  Krone Krone Krone02.12.15, 13:46, Beiträge: 9050
Tragisch, Banu - und unfassbar. Aber vielleicht genau das richtige Beispiel für Tine, die ja nicht nur die Verantwortung für ihre eigene Gesundheit übernehmen muss.
 
Banu  02.12.15, 13:24, Beiträge: 22
Ich les hier zwar öfter mit als das ich schreibe, aber bei Deinem letzten Posting kann ich die Finger nicht still halten.
Ganz ehrlich? Ab zum Arzt und ein BV holen und das "nach mir die Sintflut" ist ab sofort deine Einstellung. Denn solange Du da bist wird sich nichts ändern, warum auch? Du funktionierst doch prima und alles läuft. Deine Chefs sehen gar keinen Grund, warum sie jetzt schon was tun sollen.

Auch wenn das immer keiner hören will - es dankt Dir keiner, wenn Du dir den A**** aufreißt und alles für die Firma tust ohne Rücksicht auf Deine Gesundheit und die des Bauchzwergs.
Ich war auch immer so - seit ich die Erfahrung selber machen durfte, glaube ich endlich dran. In meiner alten Firma habe ich anderthalb Jahre lang einen Bereich alleine perfekt am Laufen gehalten, der eigentlich für zwei Personen ausgelegt war. Nach knapp anderthalb Jahren war ich dann gesundheitlich am Ende, ich bin sehenden Auges Richtung BurnOut gerannt. Als endlich, endlich wieder jemand eingestellt und halbwegs eingearbeitet war, habe ich mich getraut, mich krank zu melden weil ich wirklich nicht mehr konnte - mein Arzt hat mich vier Wochen am Stück aus dem Verkehr gezogen. Pünktlich zum Monatsabschluß war ich allerdings wieder im Büro, den konnte die neue Kollegin noch nicht... Dann habe ich den darauffolgenden Monat halbwegs durchgehalten, nur um dann nach dem Monatsabschluß zusammenzubrechen. Ich wurde wieder vier Wochen krankgeschrieben - und habe kurz vor Ende dieses Zeitraums meine Kündigung erhalten.
Hätte ich aufgrund meines Einsatzes niemals gedacht - aber seither weiß ich, es dankt Dir keiner.

Nimm Rücksicht auf Dich und das Baby, nicht auf Deine Chefs!
 
tine0815  02.12.15, 11:32, Beiträge: 38
Hallo zusammen,

ich muss sagen, die Elternzeit ist mir mittlerweile ziemlich egal, also, was dann „nach mir kommt“.
So, wie derzeit alles auf mir abgelassen wird, sehe ich nicht mehr ein, dass ich mich für alle krumm mache.

Ich habe am Freitag ein längeres Gespräch mit meinem „moderneren“ GF gehabt, der überraschend meiner Meinung war.
Er würde das schon über ein Jahr sehen, wie ich mich hier zerreiße, und dieser Job wäre für eine Schwangere Gift.
Er wollte sogar, dass ich mir ein BV hole, dies wollte ich aber nicht.
Somit hat er vorgeschlagen, dass ich ab jetzt nur noch 6 Stunden am Tag arbeite und damit die Überstunden abbaue.
Für die Vorbereitung meiner Übergabe (die ja wahrscheinlich nicht mehr aktiv durch mich gesteuert werden kann) soll ich mir dann mal eine Woche einen Krankenschein besorgen und das in Ruhe von zuhause aus machen.

Tja, das hörte sich erst einmal alles gut an.
Er wollte den zweiten GF informieren und die Umsetzung über den Verwaltungsdirektor veranlassen.
Aber genau da hakt es wieder.
Der steht doch allen Ernstes vor mir und sagt: „Dann machen wir das ab 01.12. wegen der Abrechnung!“
„Äh nein, das machen wir nicht, so baue ich meine 50 Überstunden ab, ich bekomme sicher nicht weniger Gehalt!“
Zumal ich die Stunden nach Tarif und Dienstvertrag eigentlich in einer Software nachhalten müsste, dies aber aus Kulanz nur in einer Excelliste mache, damit meine Mehrstunden nicht automatisch in die Rückstellungen laufen.
Mir wird immer mehr bewusst, dass es genau an diesen nachgeschalteten Stellen der GF liegt, die nichts organisieren und in die Hand nehmen.
Der VD ist auch immer verantwortlich, dass eine Vertretung gestellt wird, wenn ich Urlaub mache, und unter anderem sein Verhalten, wenn es darum ging, hat mich im letzten Jahr veranlasst, nicht mehr als drei Tage Urlaub am Stück zu nehmen, weil dies immer ein Akt hoch zehn für mich war.
Er sagte mal, ich solle mich mehr entspannen und nicht alles so 100%ig nehmen. Aber sobald ich das tue und es für ihn einen Nachteil erzeugt, ist er der erste, der laut aufschreit!

Ich bin jetzt aber an einem Punkt, an dem ich das nicht mehr aussitze.
Ich will jetzt eine Entscheidung haben. Meinetwegen kann ich auch einfach nur keine Überstunden mehr machen, bis ich ausscheide (Anfang Februar 2016), aber ich will jetzt mal, dass das ein für alle mal von allen Stellen gleich geregelt wird.
Zwei Tage habe ich das jetzt noch schluren lassen, weil wir wichtige Termine hatten und ich da wirklich nicht einfach um 15:00 hätte gehen können.
Aber der „moderne“ Chef geht selbst ab nächster Woche in Urlaub, und dann bleibt das Thema wieder liegen.

Ich habe einfach so die Nase voll davon, dass alles auf mir abgeladen wird.
Natürlich, die Organisation und Steuerung ist ein großer Teil unseres Jobs, und dafür mache ich ihn auch gerne.

Aber es kann doch nicht sein, dass ich mich sogar selbst um solche Dinge kümmern muss und Weisungen, die mich entlasten sollen, mir im Grunde noch mehr Stress machen als vorher!

Wie gesagt, durch die ganzen Entwicklungen der letzten Wochen bin ich in der Tat mehr als kuriert, was die Zeit nach meinem Ausscheiden angeht.
Aber bis dahin würde ich ganz gerne nicht vor Stress umkippen.
 
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